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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Funktionsweise, Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit grenzüberschreitender Gesundheitsversorgungssysteme in Europa: ein Scoping Review

Anna Homann - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Abteilung für Gesundheitsökonomie, Department für Versorgungsforschung, Oldenburg, Deutschland
Ashika D. Maharaj - University of Groningen, Faculty of Economics and Business Department of Economics, Econometrics and Finance, Groningen, Niederlande
Lars Schwettmann - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Abteilung für Gesundheitsökonomie, Department für Versorgungsforschung, Oldenburg, Deutschland
Stefan Pichler - University of Groningen, Faculty of Economics and Business Department of Economics, Econometrics and Finance, Groningen, Niederlande

Text

Hintergrund: Grenzregionen in Europa sind Versorgungsräume, in denen strukturelle Barrieren den Zugang zur Gesundheitsversorgung erschweren können. Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung kann Versorgungslücken adressieren, jedoch ist die Evidenz zu vorhandenen Strukturen, Kooperationen und deren Wirksamkeit begrenzt.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist es, grenzüberschreitende Kooperationen in der europäischen Gesundheitsversorgung und deren Herausforderungen zu erfassen sowie Entwicklungen und Schlussfolgerungen für Praxis, Politik und Forschung abzuleiten.

Material & Methoden: Eine systematische Literatursuche erfolgte in PubMed, Embase, Scopus, Web of Science, MEDLINE und WHO-Datenbanken. Eingeschlossen wurden Studien zu grenzüberschreitender Zusammenarbeit, Governance, Finanzierung, Versorgung und institutionellen Rahmenbedingungen; ausgeschlossen wurden Arbeiten zu Medizintourismus, Migration, globaler Krankheitslast oder Ländervergleichen ohne Grenzbezug. Die Auswertung erfolgt thematisch nach Versorgungsart und Region und wird den Dimensionen des „Health Systems Performance Assessment for Policy Analysis“ der WHO zugeordnet. Das Scoping Review folgt der JBI-Methodologie und PRISMA-ScR-Richtlinien.

Ergebnisse: Es wurden insgesamt 16475 Studien gefunden und bisher wurden 6.345 Titel/Abstracts gescreent. Das Volltext-Screening dauert an. Erste Tendenzen zeigen eine Konzentration auf Cross-Border Reproductive Care, European Reference Networks (insbesondere seltene Erkrankungen) und digitale Versorgung/eHealth. Einige Publikationen berichten über Cross-Border-Kooperationen in Grenzregionen wie Maas-Rhein, aber auch über institutionelle Zusammenarbeit zwischen Städten auf unterschiedlichen Seiten der Grenze. In den politischen Diskussionen vor der EU Cross-Border Directive 2011 standen Befürchtungen einer Überforderung nationaler Gesundheitssysteme im Vordergrund. Die Ergebnisse der Studie jedoch zeigten nur eine begrenzte Umsetzung grenzüberschreitender Versorgung.

Diskussion: Vorläufige Ergebnisse verdeutlichen Lücken, insbesondere zur Nutzung, Patient:innenperspektive und Governance-Mechanismen. Regionale Initiativen deuten auf das Potenzial grenzüberschreitender Versorgung hin, wurden bisher aber noch nicht ausreichend systematisch untersucht.

Take Home Message für die Praxis: Unsere Ergebnisse liefern Hinweise, welche Kooperationen gefördert werden könnten, um Versorgungsgerechtigkeit und Chancengleichheit in europäischen Grenzregionen zu verbessern, und bilden die Grundlage für künftige Analysen zur Schließung von Forschungs- und Politiklücken.

Interessenkonflikte: Keine