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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Die Sichtweise von Bürger auf hausärztliche Diagnostik und Kommunikation – Ergebnisse zweier partizipativer Workshops im Rahmen des Projekts DIAMANT
Text
Hintergrund: Eine vertrauensvolle Arzt-Patient-Beziehung und eine patientenzentrierte Kommunikation kennzeichnen idealerweise die hausärztliche Versorgung. Diagnostische Untersuchungen können bei Patienten Fragen, Sorgen und Ängste auslösen, die im hausärztlichen Gespräch zu adressieren sind.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel war es, in Workshops mit Bürgern Erwartungen, Sorgen und Bedürfnisse von Patienten im Kontext hausärztlicher Diagnostik und Kommunikation zu identifizieren
Material & Methoden: Dezember 2025 und Januar 2026 wurden zwei leitfadenbasierte Workshops in Erlangen und Dresden durchgeführt. Teilnehmenden wurden über die standortspezifischen Bürger-/Patientenbeiräte rekrutiert. In moderierten Diskussionsrunden wurden Erfahrungen der Bürger zu ihren Arztbesuchen exploriert. Die Veranstaltungen wurden protokollarisch dokumentiert und mittels deduktiver Inhaltsanalyse ausgewertet.
Ergebnisse: Aus den Workshops mit n=15 Teilnehmenden konnten drei Hauptkategorien identifiziert werden:
- Kommunikation: Gewünscht wird eine verständliche, mündliche Aufklärung über Nutzen und Risiken; schriftliche Vorab-Informationen werden oft als barrierereich und angstauslösend erlebt.
- Beziehungsgestaltung: Zentral ist ein vertrauensvolles, empathisches Verhältnis (besonders zum Hausarzt) auf Augenhöhe. Patienten fordern Ehrlichkeit und Raum für Fragen ohne das Gefühl, eine zeitliche Last zu sein.
- Fachlichkeit: Neben Leitlinienkonformität und Fachkompetenz wird eine individualisierte Diagnostik erwartet, die Vorerkrankungen und psychische Belastungen einbezieht, ökonomische Fehlanreize vermeidet und Partizipative Entscheidungsfindung ermöglicht.
In Erlangen wurde eine Diskrepanz zwischen der ärztlichen Unsicherheit und dem Patientenwunsch nach diagnostischer Eindeutigkeit deutlich. Patienten neigen zu binärem Denken und erwarten von Labor- und Bildbefunden klare Diagnosen sowie eindeutige Prognosen statt Wahrscheinlichkeitsaussagen.
Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung von Kommunikation, Beziehungsgestaltung und partizipativer Entscheidungsfindung im Kontext hausärztlicher Untersuchungen. Deren Umsetzung ist im Praxisalltag durch begrenzte zeitliche Ressourcen erschwert, jedoch essentiell, um auf unterschiedliche Erwartungen einzugehen.
Take Home Message für die Praxis: Hausärztliche Untersuchungen sind aus Patientensicht mehr als fachliche Diagnostik. Vertrauensvolle Interaktion und nachvollziehbare Entscheidungen erscheinen zentral, um Verunsicherung zu vermeiden.
Interessenkonflikte: Keine



