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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Zwischen Versorgungsengpässen und Lösungsansätzen: subjektive Erfahrungen von Bürger:innen mit der medizinischen Versorgung im Norden Sachsen-Anhalts

Melina Niering - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Enno Swart - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Annemarie Feißel - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Naveen Sperling - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Theresa Donhauser - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Friedrich Luis Berke - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Peter Kann - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Sicherstellung einer wohnortnahen, bedarfsgerechten medizinischen Versorgung ist insbesondere in ländlichen Regionen eine zentrale Herausforderung im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Im Rahmen des Projekts „LäKoSA – Ländliche Kohorte Sachsen-Anhalt“ werden die Perspektiven der Bevölkerung in den beiden nördlichen Landkreisen Sachsen-Anhalts – Stendal und Altmarkkreis Salzwedel – systematisch erfasst.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Analyse ist die Erfassung subjektiver und kollektiver Erfahrungen von Bürger:innen mit der aktuellen medizinischen Versorgungssituation. Im Mittelpunkt stehen wahrgenommene Herausforderungen sowie daraus abgeleitete Wünsche, Bedarfe und potenzielle Lösungsansätze für eine zukünftige bedarfsgerechte Versorgung (u. a. Telemedizin, VERAHs – Versorgungsassistenz in der Hausarztpraxis).

Material & Methoden: Zwischen Juni und September 2025 wurden fünf leitfadengestützte Fokusgruppen mit Bürger:innen ab 40 Jahren in drei Kleinstädten und zwei Kreisstädten Sachsen-Anhalts (N=38) durchgeführt. Die Gespräche wurden mittels einer inhaltlich-strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.

Ergebnisse: Die medizinische Versorgung in der Altmark wird zunehmend als angespannt wahrgenommen. Die hausärztliche und notfallmedizinische Versorgung wird derzeit überwiegend positiv bewertet, während die stationäre Versorgung ambivalent beurteilt wird. Deutlich kritischer bewerten die Teilnehmenden die fachärztliche Versorgung, insbesondere mangelnde Terminverfügbarkeiten und die Ablehnung neuer Patient:innen. Zusätzlich erschweren Mobilitätseinschränkungen den Zugang zur medizinischen Versorgung. Es wurden zahlreiche Wünsche für eine künftige Versorgung diskutiert, darunter stärkere Anreize für angehende Mediziner:innen, mobile und digitale Versorgungsangebote und temporäre fachärztliche Sprechstunden.

Diskussion: Die vielfältigen Herausforderungen bei der Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung im nördlichen Sachsen-Anhalt werden von den Teilnehmenden eng mit gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen verknüpft. Sichtbar werden neben Zukunftsängsten ein dringender Bedarf an politischen Maßnahmen und Lösungsansätzen, die eine nachhaltige und zugängliche Gesundheitsversorgung sicherstellen sollen.

Take Home Message für die Praxis: Die partizipative Einbindung der Bürger:innen kann dazu beitragen, regionale Versorgungsbedarfe im ländlichen Raum sichtbar zu machen und akzeptierte Lösungsansätze gemeinsam zu entwickeln.

Interessenkonflikte: Keine