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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Von Motivation zu persönlicher Entwicklung: ehrenamtliche Buddies in der Begleitung von Menschen mit schweren Erkrankungen sowie ihren An- und Zugehörigen
Text
Hintergrund: Menschen mit schweren, lebenslimitierenden Erkrankungen und ihre An- und Zugehörigen sind häufig körperlichen, emotionalen und sozialen Belastungen ausgesetzt. Neben der medizinischen Versorgung braucht es niedrigschwellige Unterstützungsangebote, die alltagsnah begleiten und entlasten. Modelle, die bürgerschaftliches Engagement mit professioneller Begleitung verbinden, können hierbei eine wichtige Funktion übernehmen. Das Buddy-Projekt ist ein solches Modell: Haupt- und ehrenamtliche Buddies begleiten schwer erkrankte Menschen und ihre An- und Zugehörigen als feste Ansprechpersonen.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, die unterstützenden Strukturen, Tätigkeiten, Rollenwahrnehmung und persönlichen Entwicklungsprozesse ehrenamtlicher Buddies zu untersuchen.
Material & Methoden: Die Untersuchung folgt einem partizipativen Mixed-Methods-Ansatz. Es wurden fünf Fokusgruppen durchgeführt: drei mit je 6 ehrenamtlichen Buddies, zwei mit je 3 hauptamtlichen Buddies. Ergänzend wurden Projektdokumente einbezogen. Die Daten wurden inhaltsanalytisch aufbereitet und mithilfe eines logischen Modells strukturiert.
Ergebnisse: Ehrenamtliche Buddies werden ausgewählt, geschult und durch Teamtreffen, Supervision, Abstimmung mit Hauptamtlichen sowie Teamevents kontinuierlich eingebunden. Sie bringen unterschiedliche berufliche und persönliche Hintergründe sowie verschiedene Motivationen für ihr Engagement mit. Die Zuordnung zu begleiteten Personen erfolgt nach Bedürfnissen, Interessen und Erfahrungen. Zu ihren Tätigkeiten zählen praktische Unterstützung im Alltag, Begleitung zu Terminen, Orientierung im Versorgungssystem, Begleitung zu sozialen Aktivitäten sowie Gespräche. Durch ihr Engagement erweitern die Ehrenamtlichen ihr Wissen und ihre Kompetenzen im Umgang mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer, gewinnen Handlungssicherheit, passen ihre Unterstützung an die individuellen Bedürfnisse der begleiteten Personen an und reflektieren zugleich ihre eigenen Grenzen.
Diskussion: Das Buddy-Modell verbindet ehrenamtliche Begleitung mit professioneller Unterstützung, fördert Kompetenzen, Handlungssicherheit und Reflexion der Ehrenamtlichen, stärkt ihre Rolle im Versorgungskontext und eröffnet Potenzial für eine gemeinschaftlich getragene, bedarfsorientierte Begleitung schwer erkrankter Menschen und ihrer An- und Zugehörigen.
Take Home Message für die Praxis: Ehrenamtliche Buddies können eine wichtige Brückenfunktion in der Begleitung schwer erkrankter Menschen und ihrer An- und Zugehörigen übernehmen – vorausgesetzt, ihr Engagement wird gezielt vorbereitet, begleitet und eingebunden.
Interessenkonflikte: Keine



