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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Gemeinwohlorientiertes Gesundheitszentrum in Freiburg

Isabelle Horster - Solidarische Stadtteilgesundheit Freiburg e.V., Freiburg, Deutschland
Ines Kaiser - Solidarische Stadtteilgesundheit Freiburg e.V., Freiburg, Deutschland
Analena Moses - Hochschule Furtwangen, Health, Medical & Life Sciences, Furtwangen, Deutschland
Martin Kühnert - Hochschule Furtwangen, Health, Medical & Life Sciences, Furtwangen, Deutschland
Carl Schweikert - Hochschule Furtwangen, Health, Medical & Life Sciences, Furtwangen, Deutschland
Kirsten Steinhausen - Hochschule Furtwangen, Health, Medical & Life Sciences, Furtwangen, Deutschland; Solidarische Stadtteilgesundheit Freiburg e.V., Freiburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Ungleichheiten in Bezug auf Einkommen, Wohnverhältnisse, Umwelteinflüsse, Arbeitsbedingungen und Bildung sowie Rassismus und verschiedene Formen von Diskriminierung stellen zentrale soziale Determinanten von Gesundheit dar. Ein Ort, der Gesundheit fördern möchte, muss diese sozialen Determinanten berücksichtigen und aktiv verändern. Als Teil des deutschlandweiten Netzwerks Poliklinik-Syndikat entwickelt der Verein Solidarische Stadtteilgesundheit Freiburg konkrete Alternativen zur bestehenden Gesundheitsversorgung.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist die Identifikation des größten Bedarfs innerhalb der Stadt Freiburg für ein gemeinwohlorientiertes Gesundheitszentrum sowie die Ableitung notwendiger Angebote.

Material & Methoden: Die bisherigen Untersuchungen kombinieren eine quantitative Sekundärdatenanalyse mit einer primären Datenerhebung im Sinne eines Mixed-Methods-Ansatzes. Die Datenauswertung umfasste deskriptive Analysen (SPSS, Häufigkeitsverteilungen) sowie eine qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz.

Ergebnisse: Die Sekundärdatenanalyse identifizierte die Stadtteile Brühl-Beurbarung und Weingarten als besonders belastet. Aufgrund begrenzter Ressourcen wurde der Fokus zunächst auf Brühl-Beurbarung gelegt.

  • Die Ergebnisse der Primärdatenerhebung zeigen:
  • Eingeschränkte nachbarschaftliche Kontakte und Hinweise auf soziale Isolation
  • Zentrale Problemlagen in den Bereichen Einsamkeit, Wohnen und finanzielle Belastung
  • Deutlicher Wunsch nach mehr sozialem Austausch und niedrigschwelligen Begegnungsangeboten
  • Eingeschränkte Orientierung im Gesundheits- und Sozialsystem
  • Teilweise bestehende Hürden beim Zugang zu Unterstützungsangeboten

Auch im Expert:innenaustausch wurden strukturelle Versorgungsdefizite sowie ein Bedarf an stärker integrierten sozial-medizinischen Angeboten deutlich.

Diskussion: Die Ergebnisse unterstreichen die zentrale Bedeutung sozialer Determinanten für gesundheitliche Ungleichheiten auf Stadtteilebene. Trotz vorhandener Angebote bestehen Zugangsbarrieren und Informationsdefizite.

Methodische Limitationen ergeben sich insbesondere durch Herausforderungen bei der Rekrutierung der Zielgruppe. Gleichzeitig zeigte sich ein hoher Gesprächsbedarf und eine positive Resonanz auf die Befragung.

Für zukünftige Erhebungen sind angepasste, stärker niedrigschwellige Zugangswege erforderlich.

Take Home Message für die Praxis: Ein gemeinwohlorientiertes Gesundheitszentrum kann dazu beitragen, medizinische, soziale und präventive Angebote bedarfsgerecht zu verknüpfen und Zugangsbarrieren abzubauen.

Interessenkonflikte: Keine