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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Rekrutierungsstrategien und Datenvollständigkeit in der ersten bundesweiten Studie der Initiative Deutscher Forschungspraxennetze DEGAM-ForNet
Text
Hintergrund: In der Studie „COVID_ShortForm_GP“ wurden Daten zu Post-COVID aus Hausarztpraxen von 6 allgemeinmedizinischen Forschungspraxennetzen (FPN) gesammelt. Für die Weiterentwicklung der FPN und allgemeinmedizinischer Forschung ist es wichtig zu wissen, welche Rekrutierungsstrategien erfolgversprechend sind und wie die Datenvollständigkeit in Studien verbessert werden kann.
Zielsetzung/Fragestellung: Gibt es Unterschiede zwischen den Instituten im Vorgehen und Erfolg bei der Rekrutierung von Forschungspraxen? Welche Variablen auf Instituts- und Praxenebene hängen mit der Datenvollständigkeit zusammen?
Material & Methoden: durch 18 allgemeinmedizinische Universitätsinstitute kontaktierte Hausärzt:innen (HÄ); Angaben aus Praxissoftware und Antworten auf Einstellungsfragen in REDCap; Clusteranalyse: Charakterisierung der Rekrutierungsstrategien auf Institutsebene; gemischtes Modell der Datenvollständigkeit mit Arztmerkmalen sowie Instituts-, Netz- und Clusterzugehörigkeit
Ergebnisse: Cluster 1 (n=12 Institute) kontaktierte mehr HÄ pro Institut als Cluster 2 (n=6 Institute), versendete mehr E-Mails, nutzte weniger Telefonate und wendete weniger Zeit für die Rekrutierung auf. Cluster 2 erreichte eine höhere response rate, absolut gesehen aber weniger Teilnehmende und eine geringere Studienakzeptanz als Cluster 1. Die Datenvollständigkeit variierte nicht mit den FPN oder den beiden Clustern, aber mit den Instituten (7-8% Varianz); Vollständigkeit war assoziiert mit Praxen mit >1 Ärzt:in (+19%), weiblich (+41%), jünger (+4,5%/Jahr), Berufserfahrung (+5,3%/Jahr) und Forschungserfahrung (+81%).
Diskussion: Eine Gruppe von Instituten scheint mit geringerem Aufwand und breiterer Streuung Wert auf viele teilnehmende Praxen zu legen, während eine andere Gruppe mit großem Aufwand und gezielter Ansprache weniger Praxen eine hohe Teilnahmequote anstrebt, was zu Lasten der Studienmotivation teilnehmender Praxen gehen kann. FPN bilden noch keine homogenen Strukturen hinsichtlich Qualifizierung und Rekrutierungsstandards; Institute können diesbezüglich voneinander lernen. Zudem legen die Ergebnisse einen Team- und Übungseffekt in der Forschungsarbeit der Praxen nahe.
Take Home Message für die Praxis: Response rate und Praxenmotivation müssen miteinander abgewogen werden; u.U. gefährdet man mit hartnäckiger Rekrutierung die langfristige Praxenbindung. Ein früher Kontakt angehender HÄ mit Forschungsprojekten und die Teilnahme größerer Praxen fördern die Datenvollständigkeit.
Interessenkonflikte: Keine



