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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Mental Health Literacy bei Medizinstudierenden fördern: eine cluster-randomisierte kontrollierte Studie zu einer Peer-Mentoring-Intervention (MeHeMent)

Marco Kuchenbaur - Universität Augsburg, Lehrstuhl Medizindidaktik und Ausbildungsforschung, Augsburg, Deutschland
Petra Anders - Universität Augsburg, Lehrstuhl Medizindidaktik und Ausbildungsforschung, Augsburg, Deutschland
Thomas Rotthoff - Universität Augsburg, Lehrstuhl Medizindidaktik und Ausbildungsforschung, Augsburg, Deutschland
Katharina Zeiser - Universitätsklinikum Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Augsburg, Deutschland
Iris Warnken - Universität Augsburg, Lehrstuhl Medizindidaktik und Ausbildungsforschung, Augsburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Medizinstudierende weisen eine hohe psychische Belastung auf, nehmen professionelle Hilfsangebote jedoch aufgrund von Barrieren wie Stigmatisierung oder der Normalisierung von Symptomen unterdurchschnittlich häufig in Anspruch. Die Mental Health Literacy (MHL) gilt dabei als entscheidender Faktor für das individuelle Hilfesuchverhalten.

Zielsetzung/Fragestellung: Die Studie untersucht, ob die Integration einer strukturierten MHL-Intervention in ein bestehendes Peer-Mentoring-Curriculum (Maturitas) die Wissensbestände und psychologischen Ressourcen der Studierenden nachhaltig verbessert. Zudem wurden Prädiktoren für die MHL zum Studienstart identifiziert

Material & Methoden: Es wurde eine parallelgruppige, cluster-randomisierte kontrollierte Studie mit $N = 199$ Medizinstudierenden in 37 Mentoring-Clustern durchgeführt (1:1-Allokation). Die manualisierte Intervention umfasst zwei 45-minütige, von Peers geleitete Sitzungen zu Stressbewertung, adaptivem Coping und Selbstwirksamkeit. Die Baseline-Daten wurden mittels Linear Mixed Models (LMM) unter Berücksichtigung von Cluster-Effekten analysiert

Ergebnisse: Die Baseline-MHL (M = 61,42; SD = 11,99) korreliert signifikant mit individuellen psychologischen Profilen. Während wahrgenommener Stress ein negativer Prädiktor war (β = -0,17, p = 0,025), erwies sich Bewältigungskompetenz (Coping Competence) als stärkster positiver Prädiktor (β = 0,36; p < 0,001 Die Prozessevaluation zeigte zudem eine signifikante Steigerung der MHL (d = 0,23) und Selbstwirksamkeit (d = 0,38) bei den studentischen Mentor:innen nach deren Vorbereitungsschulung.

Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die MHL zu Studienbeginn eng mit der allgemeinen psychischen Resilienz verknüpft ist. Präventive Ansätze sollten daher Psychoedukation mit proaktiven Bewältigungsstrategien kombinieren. Das Setting innerhalb niedrigschwelliger, non-hierarchischer Peer-Strukturen erscheint hierfür besonders geeignet

Take Home Message für die Praxis: Die Förderung von Mental Health Literacy sollte frühzeitig im Medizinstudium ansetzen und über die reine Wissensvermittlung hinausgehen, indem sie die individuelle Bewältigungskompetenz stärkt. Peer-Mentoring-Programme bieten hierfür einen geeigneten, niedrigschwelligen Rahmen

Interessenkonflikte: Keine