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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Aus Analog wird Digital: das Weiterbildungsnetzwerk Dahme Spreewald

Lisa Lechterbeck - Technische Hochschule Wildau, PULS AG, Wildau, Deutschland
Matthias Papesch - Technische Hochschule Wildau, PULS AG, Wildau, Deutschland
Katja Klugewitz - Internistinnen im Zentrum, MVZ, Deutschland; Ärztliches Weiterbildungsnetzwerk Landkreis Dahme-Spreewald, Deutschland
Beatrice Hertel - Ärztliches Weiterbildungsnetzwerk Landkreis Dahme-Spreewald, Deutschland
Sebastian Benisch - Quintra GmbH, Internet- und Intranettechnologien, Deutschland
Alexander Lübbe - Technische Hochschule Wildau, PULS AG, Wildau, Deutschland

Text

Hintergrund: Der südbrandenburgische Landkreis Dahme-Spreewald steht exemplarisch für die medizinische Unterversorgung im ländlichen Raum: Die Arztdichte ist bundesweit mit am niedrigsten und rund ein Drittel der Hausärzt:innen ist über 60 Jahre alt. Diese Entwicklung gefährdet die wohnortnahe Versorgung. Um dem entgegenzuwirken, wurde 2022 das Weiterbildungsnetzwerk Dahme-Spreewald gegründet. Im durch com(m) 2020 geförderten Verbundprojekt wird untersucht, wie digitale Prozesse die Reichweite und Effizienz dieses Netzwerks erhöhen und so die ärztliche Versorgung verbessern können.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Projekt erarbeitet eine digitale Plattform zur Unterstützung der Akteure in Weiterbildungsnetzwerken. Gerade in ländlichen Gebieten stützen digitale Kommunikation und Prozesse die Vernetzung und tragen damit zur Nachwuchssicherung bei.

Material & Methoden: Die Erarbeitung der Plattform folgt einem partizipativen Designansatz mit Hilfe von Fokusgruppeninterviews. Während die Firma Quintra die technische Plattform entwickelt, bezieht die TH Wildau die künftigen Nutzer in die Anforderungsanalyse ein um das Matching von Bedarfen und technischen Möglichkeiten zu optimieren. Auf dieser Grundlage entsteht ein Prototyp mit zentralen Funktionen: digitales Bewerbungs- und Matching-Tool, Cloud-basierte und automatisierte Dokumentenverwaltung, Verknüpfung mit dem eLogbuch, interaktive Standortkarte und einer Sitzübergabebörse. Technische Machbarkeit und Akzeptanz werden im Rahmen fortlaufender Praxistests geprüft. Außerdem ist die Automatisierung von häufig wiederkehrenden Abläufen zwischen den Organisationen wie dem Antrag auf Förderung in Zusammenarbeit mit der KVBB geplant.

Ergebnisse: Die ersten qualitativen Auswertung der Fokusgruppen verdeutlichen, dass Ärzt:innen digitale Lösungen grundsätzlich positiv bewerten, sofern diese eine spürbare Entlastung im Arbeitsalltag ermöglichen. Im Mittelpunkt steht der Wunsch nach einer Reduktion administrativer Aufgaben anstelle zusätzlicher digitaler Belastungen. Besonders hoch eingeschätzt wird das Potenzial KI-basierter Assistenzfunktionen.

Diskussion: Digitale Unterstützungen für Weiterbildungsnetzwerke können die ärztliche Weiterbildung im ländlichen Raum maßgeblich stärken, wenn die Akteure früh in die Entwicklung eingebunden sind.

Take Home Message für die Praxis: Der Ansatz aus Dahme-Spreewald zeigt, wie durch gezielte Digitalisierung die Netzwerkarbeit vereinfacht und damit junge Ärztinnen und Ärzte langfristig gebunden werden können.

Interessenkonflikte: Keine