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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Selbstgesteuertes Lernen in der ambulanten medizinischen Ausbildung
Text
Hintergrund: Die klinische Ausbildung im Blockpraktikum Allgemeinmedizin unterliegt heterogenen, häufig situativ entstehenden Bedingungen. Individuelle Lernzielsetzung und die Reflexion der Zielerreichung können wertvolle Hinweise auf Lernbedarfe und Lernbedingungen liefern. Für das stationäre Setting wurde dies bereits aufgezeigt, hingegen fehlen Studien für die ambulante Ausbildung von Medizinstudierenden in Deutschland.
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Lernziele formulieren Medizinstudierende im Blockpraktikum Allgemeinmedizin? Wie schätzen sie ihre Lernzielerreichung ein und welche Bedingungen beeinflussen das Lernen im ambulanten Setting?
Material & Methoden: Datenbasis bilden die von Medizinstudierenden (8./9. Semester, n=469) im Rahmen der Evaluation des Blockpraktikums Allgemeinmedizin verfassten Freitexte der Semester Winter 2022/23, Sommer 2024 und Winter 2023/24. Die pseudonymisierten Kommentare wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet.
Ergebnisse: Insgesamt 468 Studierenden formulierten Lernziele (99,8%). Unter den sieben identifizierten Hauptkategorien dominierte die professionelle Entwicklung und Verantwortungsübernahme (n=801) vor ärztlicher Entscheidungsfindung, Therapieplanung (n=636) und klinisch-praktischen Kompetenzen (n=524). Von 392 (83,6%) Studierenden, die ihre Lernzielerreichung kommentierten, gaben 386 (98,5%) an, ihre Lernziele vollständig oder teilweise erreicht zu haben. Als förderlich wurden Übungsgelegenheiten (n=249) und Anleitung durch die Lehrärzt:innen (n=190) genannt. Hinderlich wirkten sich nach Einschätzung der Studierenden eingeschränkte Lerngelegenheiten/ fehlende bzw. nicht geeignete Patient:innen für die zuvor formulierten Lernziele (n=68), begrenzte aktive Beteiligungsmöglichkeiten (n=43), Zeitdruck bzw. Praxisabläufe (n=43) und Unsicherheit durch fehlende Erfahrung (n=41) aus.
Diskussion: Lernzielsetzung und Reflexion der Zielerreichung können Lernbedarfe sowie lernrelevante Bedingungen im Blockpraktikum sichtbar machen. Das ambulante Setting wird als Lernraum für aktive, verantwortungsvolle Beteiligung, klinische Entscheidungsfindung und Handlungskompetenz wahrgenommen. Lernförderlich sind konkrete Übungsgelegenheiten, Anleitung, Supervision und Feedback.
Take Home Message für die Praxis: Lernzielsetzung mit Reflexion der Zielerreichung ist ein niedrigschwelliges Strukturierungselement, das gleichermaßen individuelle Lernbedarfe wie Ansatzpunkte für die Qualitätsentwicklung der klinisch-praktische Ausbildung in Lehrpraxen sichtbar macht.
Interessenkonflikte: Das Projekt wurde im Rahmen der Masterthesis des Masters of Medical Education (MME) erstellt.



