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- Ganztägig gesunde Grundschulen: Dimensionen gesundheits(kompetenz)fördernder Schulentwicklung für die ganztägige Bildung & Begleitung von Grundschulkindern – eine exemplarische Bestands- und Bedarfsanalyse
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Ganztägig gesunde Grundschulen: Dimensionen gesundheits(kompetenz)fördernder Schulentwicklung für die ganztägige Bildung & Begleitung von Grundschulkindern – eine exemplarische Bestands- und Bedarfsanalyse
Text
Hintergrund: Sozial ungleiche Gesundheitschancen zeigen sich bereits im Grundschulalter und verdichten sich quartiersspezifisch. Grundschulen erreichen nahezu alle Kinder und besitzen damit ein hohes Potenzial, diesen Ungleichheiten durch Gesundheits(kompetenz)förderung entgegenzuwirken. Besonders ganztägig organisierte Grundschulen bieten zeitliche und räumliche Handlungsspielräume, deren Nutzung bislang kaum systematisch untersucht wurde.
Zielsetzung/Fragestellung: Das Projekt verfolgt das Ziel, Gelingensfaktoren für die Entwicklung ganztägiger, gesundheit(skompetenz)fördernder Schulen zu identifizieren. Untersucht wird, inwiefern Gesundheit(skompetenz) an Grundschulen bereits gefördert wird und wie die Beteiligten entsprechende Maßnahmen und Strukturen bewerten. Zugleich werden Bedarfe bezüglich Wohlbefinden und Gesundheits(kompetenz)förderung im schulischen Ganztag erhoben.
Material & Methoden: Im Rahmen einer qualitativen, kontrastiven Fallstudie werden zwei Grundschulen mit additiver Schulkindbetreuung in Freiburg untersucht. Datengrundlage bilden pro Schule je 8 Expert:inneninterviews mit Fachkräften, 4 Fokusgruppeninterviews mit Kindern der 1. bis 4. Klasse, eine Elternbefragung und eine 5tägige Beobachtung des Schulalltags. Die Datenauswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
Ergebnisse: Erste Ergebnisse zeigen, dass schulische Gesundheitsförderung meist auf Ernährung und Bewegung fokussiert und stark individuenabhängig ist. Explizite Maßnahmen und Strukturen zur Förderung der Gesundheitskompetenz – insbesondere im Umgang mit Gesundheitsinformationen – wurden nicht identifiziert. Gesundheitsförderung wird vielfach implizit umgesetzt, von den Kindern jedoch nicht als solche wahrgenommen. Als zentrale Bedarfe für Wohlbefinden aller Akteure erweisen sich unterstützende Beziehungen sowie Möglichkeiten zu Selbstbestimmung und Autonomie.
Diskussion: Die Befunde legen nahe, dass die geringe explizite Ausrichtung schulischer Gesundheitsförderung die Entwicklung von Gesundheitskompetenz erschwert. Die Bedeutung der Selbstwahrnehmung wird bislang vor allem im Rahmen der Resilienzförderung berücksichtigt, während sie in anderen Bereichen schulischer Gesundheitsförderung weitgehend unbeachtet bleibt. Selbstwahrnehmung ist jedoch als zentrale Voraussetzung für die Entwicklung von Gesundheitskompetenz zu bewerten und in Förderkonzepten entsprechend zu integrieren.
Take Home Message für die Praxis: Die Studie bildet die Grundlage für praxisnahe Handlungsempfehlungen zur nachhaltigen Implementierung ganztägiger Gesundheits(kompetenz)förderung an Grundschulen.
Interessenkonflikte: Keine



