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- Von Blei bis Passivrauch: eine systematische Literaturübersichtsarbeit zu den Auswirkungen von Chemikalien in der Umwelt auf die mentale Gesundheit
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Von Blei bis Passivrauch: eine systematische Literaturübersichtsarbeit zu den Auswirkungen von Chemikalien in der Umwelt auf die mentale Gesundheit
Text
Hintergrund: Menschen sind einer Vielzahl unterschiedlicher Risikofaktoren ausgesetzt, darunter potentiell gesundheitsschädlichen Chemikalien aus verschiedenen Umweltmedien. Hierzu fehlt es an systematischer Evidenzzusammenfassung.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Literaturübersichtsarbeit ist die systematische Zusammenfassung der Evidenz zu den Zusammenhängen zwischen Umweltchemikalien und mentaler Gesundheit in der Allgemeinbevölkerung.
Material & Methoden: Es wurden systematisch Reviews und Meta-Analysen (2015–2025) recherchiert, die Zusammenhänge zwischen Umweltchemikalien und mentaler Gesundheit fokussierten. Berücksichtigt wurden mentale Erkrankungen mit Ausnahme neurodegenerativer und neuroentwicklungsbedingter Krankheitsbilder. Umweltchemikalien wurden als Substanzen definiert, denen die Allgemeinbevölkerung über Umweltquellen wie Wasser oder Lebensmittel ausgesetzt sein kann.
Ergebnisse: Es wurden 49 Artikel identifiziert und in den Analysen berücksichtigt. Die Artikel konnten in vier zentrale Faktoren geclustert werden: Passivrauchen (SHS), Metalle, Endokrine Disruptoren (EDCs) und Pestizide. Am häufigsten wurde als Outcome die Depression untersucht (n = 36), gefolgt von der Angststörung (n = 17) und Schizophrenie (n = 15). Der Zusammenhang zwischen Depressionen und pränataler SHS-Exposition zeigt sich in vielen Studien konsistent und wird durch Metaanalysen bestätigt. Die Gesamtevidenz wird als moderat bewertet. Einzelne Studien geben Hinweise auf mögliche Zusammenhänge zwischen SHS und Schizophrenien sowie Angststörungen. Weitere Studien legen einen möglichen Zusammenhang zwischen pränataler Bleiexposition und Depression sowie Schizophrenie im späteren Leben nahe. Für EDCs wie Bisphenol A und Phthalate zeigte sich kein konsistenter Zusammenhang. Bei Pestizid-Exposition deuten die wenigen Studien auf schwache Zusammenhänge mit Depressionen, Schizophrenien und Angststörungen hin.
Diskussion: Die Evidenz zum Zusammenhang von Umweltchemikalien und mentaler Gesundheit konzentriert sich bisher auf wenige Expositionen und Outcomes. Besonders pränatale Exposition gegenüber SHS und Blei deuten auf eine erhöhte Vulnerabilität der Menschen in frühen Lebensphasen hin. Das Fehlen konsistenter Befunde für andere Chemikalien verweist wahrscheinlich weniger auf das Fehlen einer schädlichen Wirkung als auf erhebliche Forschungslücken. Methodische Limitationen der Primärstudien, insbesondere querschnittliche Designs und heterogene Messansätze, schränken die kausale Interpretation ein.
Take Home Message für die Praxis: Es braucht mehr longitudinale und methodisch robuste Forschung.
Interessenkonflikte: Keine



