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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

DigiHF-Med: Förderung der Medikationsadhärenz bei chronischer Herzinsuffizienz durch ein pflegegeleitetes, digital-gestütztes Versorgungsmodell

Julia Müller - Universitätsmedizin Halle, Medizinische Fakultät, Department für Innere Medizin, AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus, Halle, Deutschland
Laura Rothmann - Universitätsmedizin Halle, Medizinische Fakultät, Department für Innere Medizin, AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus, Halle, Deutschland
Lena Rosenbusch - Universitätsmedizin Halle, Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin), Halle, Deutschland
Jörn Tongers - Universitätsmedizin Halle, Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin), Halle, Deutschland
Laura Vetter - ESD – Software Development GmbH, Österreich
Florian Santner - ESD – Software Development GmbH, Österreich
Gerhard Rumpold - ESD – Software Development GmbH, Österreich
Bernhard Holzner - ESD – Software Development GmbH, Österreich
Daniel Sedding - Universitätsmedizin Halle, Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin), Halle, Deutschland
Patrick Jahn - Universitätsmedizin Halle, Medizinische Fakultät, Department für Innere Medizin, AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus, Halle, Deutschland
Madeleine Ritter-Herschbach - Universitätsmedizin Halle, Medizinische Fakultät, Department für Innere Medizin, AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus, Halle, Deutschland

Text

Hintergrund: Chronische Herzinsuffizienz (cHI) ist mit hoher Morbidität und Mortalität verbunden und erfordert eine konsequente medikamentöse Therapie. Unzureichende Adhärenz beeinflusst Krankheitsverlauf und Hospitalisierungen maßgeblich. PatientInnen stehen häufig vor Herausforderungen im Selbstmanagement. Digitale Technologien bieten Potenzial, die Medikamenteneinnahme zu strukturieren und objektiv zu erfassen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Förderung der Medikationsadhärenz bei PatientInnen mit cHI durch ein digital unterstütztes, pflegegeleitetes Versorgungsmodell. Im Fokus stehen die Integration eines smarten Medikamentenspenders in ein telemedizinisches Betreuungskonzept sowie die Untersuchung der Effekte digitaler Unterstützung und strukturierter Schulungen auf Einnahmetreue und Medikationsmanagement.

Material & Methoden: Das Projekt folgt einem nutzerzentrierten, iterativen Entwicklungsansatz. Neben der Integration eines intelligenten Medikamentenspenders umfasst das Design quantitative und qualitative Erhebungen. Die Adhärenz wird subjektiv und objektiv erfasst. Ergänzend werden NutzerInnenperspektiven über Telefonkontakte und Workshops erhoben, um Akzeptanz, Gebrauchstauglichkeit und wahrgenommene Effekte zu analysieren.

Ergebnisse: Erste Ergebnisse zeigen, dass ein digital gestützter, pflegegeleiteter Ansatz die Medikationsadhärenz unterstützen kann. Strukturierte Begleitung, Verlaufskontrollen und technische Unterstützung fördern die regelgerechte Einnahme, reduzieren Unsicherheiten und ermöglichen die frühzeitige Identifikation von Problemen. Zudem werden geeignete PatientInnengruppen sowie Implementierungshürden sichtbar.

Diskussion: Im Vergleich zu rein technologiebasierten Ansätzen scheint die Einbindung von Fachpersonal entscheidend für Akzeptanz und nachhaltige Nutzung zu sein. Gleichzeitig sind Limitationen zu berücksichtigen, wie die begrenzte Übertragbarkeit auf weniger technikaffine oder stärker belastete PatientInnengruppen. Zudem bleibt offen, in welchem Ausmaß die beobachteten Effekte langfristig stabil sind.

Take Home Message für die Praxis: Digitale, pflegegeleitete Modelle bieten neue Möglichkeiten für ein individualisiertes Medikationsmanagement. Für die Praxis ergeben sich Ansatzpunkte zur Erweiterung telemedizinischer Versorgung um adhärenzfördernde Komponenten. Zukünftige Forschung sollte Langzeiteffekte, Skalierbarkeit und Implementierungsstrategien untersuchen.

Interessenkonflikte: Keine