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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Das nationale Produktmonitoring: Veränderungen der Energie- und Nährstoffgehalte von Fertigprodukten von 2016–2025

Anna Orzelek - Max Rubner-Institut (MRI) – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Institut für Ernährungsverhalten, Deutschland
Laura Busl - Max Rubner-Institut (MRI) – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Institut für Ernährungsverhalten, Deutschland
Stefan Storcksdieck genannt Bonsmann - Max Rubner-Institut (MRI) – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Institut für Ernährungsverhalten, Deutschland
Corinna Gréa - Max Rubner-Institut (MRI) – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Institut für Ernährungsverhalten, Deutschland

Text

Hintergrund: Im Rahmen der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten wurde am Max Rubner-Institut (MRI) ein Produktmonitoring (PM) etabliert, um Reduktionsmaßnahmen zu überprüfen und weiteren Handlungsbedarf abzuleiten. Dafür wurden die Zucker-, Fett-, Salz- und Energiegehalte von Fertigprodukten im Zeitraum 2016–2025 erfasst und Veränderungen im Zeitverlauf beobachtet. Auch weitere Produktdaten wie Labels und Zutatenlisten wurden erhoben.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Poster gibt einen Überblick über das nationale PM inklusive statistisch signifikanter Veränderungen der Energie- und Nährstoffgehalte ausgewählter Produktgruppen (PG). Zudem erfolgt ein Ausblick auf das zukünftige Vorgehen im PM.

Material & Methoden: Auf Basiserhebungen 2016 bzw. 2018 folgten bis 2025 jährliche Folgeerhebungen für insgesamt 21 PG, mit jeweils bis zu 3 Folgeerhebungen. Energie- und Nährstoffdaten pro 100 g bzw. 100 ml sowie weitere Produktinformationen wurden über Herstellerwebseiten und Marktbegehungen erhoben. Veränderungen in den mittleren Nährwerten zwischen den Erhebungen wurden mittels Welch-Test bzw. -ANOVA und post-hoc-Test analysiert. Das Poster fokussiert auf signifikante Veränderungen zwischen Basis- und jeweils letzter Erhebung.

Ergebnisse: Auf Ebene der PG zeigten sich signifikante Änderungen zwischen Basis- und letzter Erhebung für die Zucker- und Salzgehalte ausschließlich als Reduktionen (in 7 PG bzw. 4 PG). Die größte prozentuale Zuckerreduktion wurde bei Riegeln (-37% bzw. 14,0 g), die größte prozentuale Salzreduktion bei Suppen (-9% bzw. 0,09 g) festgestellt. Für die Fettgehalte ergaben sich nur Erhöhungen (4 PG), u. a. bei Suppen (+23% bzw. 0,4 g). Für die Gehalte an Energie und gesättigten Fettsäuren waren sowohl Reduktionen als auch Erhöhungen sichtbar. In 3 PG gab es gegenläufige Bewegungen, z. B. stieg bei Frühstückscerealien der Fettgehalt signifikant (+15% bzw. 1,4 g), während der Zuckergehalt sank (-20% bzw. 3,8 g). In 7 PG wurden keine signifikanten Veränderungen beobachtet.

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht und folglich ein regelmäßiges PM nötig ist. Dieses erfolgt nach aktueller Planung ab 2027 mit App-basierter Datenerhebung und Matching zur Abbildung von Veränderungen auf Einzelproduktebene und verbesserter internationaler Vergleichbarkeit der Daten.

Take Home Message für die Praxis: Das PM zeigt die Energie- und Nährstoffgehalte von Fertigprodukten auf dem deutschen Markt aktuell und im Zeitverlauf. Die Weiterführung wird derzeit am MRI mit neuer Methodik aufgesetzt.

Interessenkonflikte: Keine