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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Wer nimmt zu, wer nimmt ab? Prädiktoren für Gewichtsveränderungen nach SARS-CoV-2-Infektion – Ergebnisse aus der NAPKON-SÜP-Kohorte
Text
Hintergrund: Veränderungen des Körpergewichts sind eine häufige, bislang jedoch unzureichend verstandene Folge von COVID-19 und können sowohl kurzfristig als auch langfristig die Körperzusammensetzung beeinflussen. Unklar ist, welche Faktoren die Gewichtsentwicklung während und nach der Infektion beeinflussen.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Arbeit ist die Untersuchung der klinisch relevanten Gewichtsveränderungen, definiert als Zu- oder Abnahme zum Ausgangsgewicht von ≥5%, innerhalb von 12 Monaten nach SARS-CoV-2-Infektion sowie möglicher Zusammenhänge mit soziodemografischen, klinischen und psychosozialen Faktoren.
Material & Methoden: Anhand von Daten der sektorenübergreifenden Plattform (SÜP) des Nationalen Pandemie Kohorten Netzwerks (NAPKON) wurden Gewichtsveränderungen und deren Prädiktoren mittels uni- und multivariabler logistischer Regression analysiert.
Ergebnisse: Die Studienpopulation umfasste n=963 Erwachsene mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion (40,1% weiblich, Ø 55,9 Jahre). Nach der Hospitalisierung nahm das mittlere Gewicht leicht ab (♀ −0,3 kg; ♂ −1,1 kg) und stieg bis zum 3-Monats-Follow-up wieder auf Ausgangsniveau. Nach 12 Monaten hatten ein Drittel (32,8%) der Teilnehmenden Gewicht zugenommen. Männer nahmen signifikant häufiger zu als Frauen (36,6% vs. 27,8%; p=0,016), wohingegen Frauen im Mittel mehr Gewicht zunahmen (1,7 kg vs. 0,4 kg). Ein höherer Ausgangs-BMI (OR=1,06; p=0,003) sowie längere Krankenhausaufenthalte (OR=1,02; p=0,033) waren unabhängig mit Gewichtsverlust assoziiert, während für Gewichtszunahme ein niedrigerer Ausgangs-BMI der einzige signifikante Prädiktor war (OR=0,93; p=0,014). Psychosoziale Faktoren waren nach Adjustierung nicht signifikant mit Gewichtsveränderungen assoziiert.
Diskussion: Gewichtsveränderungen nach SARS-CoV-2 treten häufig auf, meist mit initialem Verlust und späterer Zunahme. Klinische Faktoren wie Ausgangs-BMI und Krankenhausaufenthalt beeinflussen den Verlauf stärker als psychosoziale Aspekte. Zusätzlich könnten Lockdowns die Gewichtsentwicklung mitgeprägt haben, wobei Studien darauf hinweisen, dass SARS-CoV-2-Infektionen selbst mit langfristigen Gewichtstrajektorien assoziiert sind, die über pandemiebedingte Lebensstilveränderungen hinausgehen.
Take Home Message für die Praxis: Hausärzt:innen sollten das Gewicht ihrer Patient:innen nach COVID-19 überwachen und bei Auffälligkeiten frühzeitig beraten, um langfristige gesundheitliche Risiken zu reduzieren.
Interessenkonflikte: Keine



