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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
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Delegation und Digitalisierung: wie digitale Versorgungsassistenz Aufgaben neu verteilt und Versorgung strukturiert
Text
Hintergrund: Delegation ist fester Bestandteil der hausärztlichen Versorgung. In der praktischen Umsetzung bleibt sie jedoch häufig situativ und personenabhängig. Viele Abläufe entstehen erst im direkten Kontakt, ohne klare Vorstrukturierung. Dadurch werden ärztliche Ressourcen gebunden, obwohl wesentliche Informationen bereits vor dem ärztlichen Kontakt strukturiert erhoben werden könnten.
Zielsetzung/Fragestellung: Berichtet werden Erfahrungen aus dem Einsatz digital unterstützter Versorgungsassistenz bei der strukturierten Erfassung von Anliegen vor dem ärztlichen Kontakt. Im Fokus steht, wie sich durch diese vorbereitende Tätigkeit die Aufgabenverteilung im Team verändert und welche Effekte sich auf ärztliche Entlastung und Terminverfügbarkeit ergeben.
Material & Methoden: In einer hausärztlichen Praxis wurde ein Ablauf etabliert, bei dem qualifizierte Mitarbeitende Anliegen von Patientinnen und Patienten vor dem ärztlichen Kontakt strukturiert erfassen. Dabei werden definierte Parameter digital unterstützt erhoben und dokumentiert. Auf dieser Grundlage erfolgt eine Einordnung in vorbereitete Abläufe mit klarer Aufgabenverteilung im Team. Je nach Ergebnis wird der Kontakt vollständig im Team bearbeitet oder gezielt ärztlich weitergeführt. Die Darstellung basiert auf der Umsetzung im laufenden Praxisbetrieb.
Ergebnisse: Die strukturierte, durch Mitarbeitende geführte Vorabklärung führt zu einer klaren Trennung zwischen vorbereitenden, delegierbaren und ärztlichen Aufgaben. Ärztliche Kontakte sind besser vorbereitet und verlaufen fokussierter. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Terminoptionen, da weniger ungeplante Klärungen notwendig sind. Die Zusammenarbeit im Team wird verbindlicher, da Abläufe nicht mehr situativ, sondern entlang definierter Strukturen erfolgen.
Diskussion: Der entscheidende Effekt entsteht nicht durch Delegation selbst, sondern durch die strukturierte Vorbereitung durch qualifizierte Mitarbeitende. Digitale Unterstützung ermöglicht eine einheitliche Erfassung und macht Abläufe reproduzierbar. Dadurch wird Delegation im Alltag erst konsequent umsetzbar. Grenzen zeigen sich bei komplexen oder unklaren Anliegen, die weiterhin eine unmittelbare ärztliche Einschätzung erfordern.
Take Home Message für die Praxis: Strukturierte Vorbereitung durch das Team schafft die Grundlage für wirksame Delegation.
Interessenkonflikte: Ideelle Interessen im Bereich der Weiterentwicklung digital strukturierter Versorgungsprozesse.



