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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Soziale Ungleichheiten in Resilienz und schulischem Wohlbefinden von Schüler:innen – Multi-Level-Analyse

Sibel Ünlü-Reske - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Ricarda Brender - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Anna Brager - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Christiane Meyer - Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften, Hannover, Deutschland
Ulla Walter - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Dominik Röding - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Es ist allgemein bekannt, dass sich in Deutschland und anderen Ländern Wohlbefinden und Resilienz von Schüler:innen in den letzten Jahren verschlechtert haben und diesbezüglich multiple soziale Ungleichheiten bestehen.

Zielsetzung/Fragestellung: In welchem Ausmaß sind einzelne soziale Determinanten mit Resilienz und schulischem Wohlbefinden von Schüler:innen assoziiert?

Material & Methoden: Datenbasis ist eine nicht repräsentative Befragung von Schüler:innen der dritten bis dreizehnten Klassenstufe (N=1.200), die im Schuljahr 2024/25 an 36 Grund- und weiterführenden Schulen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde. Aus der amtlichen Statistik wurden Daten zur sozialen Deprivation und zur Einwohnerzahl des Schulstandorts und zur Schulform diesem Datensatz zugespielt. Es wurden dreistufige Multi-Level-Analysen (Schüler:innen, Schule, Schulstandort) mit Random Intercepts durchgeführt.

Ergebnisse: Für schulisches Wohlbefinden bzw. Resilienz zeigen sich folgende Assoziationen: Klassenstufe (ns / ns), weiblich (B=0.187, p<.001 / ns) und nicht-binär (ns / ns), hoher SES (B=0.044, p=.002 / B=0.025, p=.03), Einelternfamilie (B=-0.200, p=.003 / B=-0.140, p=.01), Stieffamilie (B=-0.184, p=.05 / ns), andere Familienform (ns / B=0.473, p=.02), Geschwister im Haushalt (ns / ns), einseitiger Migrationshintergrund (B=-0.144, p=.01 / ns), zweiseitiger Migrationshintergrund (ns / ns), zuhause gesprochene Sprache (ns / ns), Einwohnerzahl (ns / ns), soziale Deprivation (ns / ns) sowie Grundschule (B=0.545, p<.001 / B=0.611, p<.001), Gymnasium (ns / ns) und Gesamtschule (ns / ns).

Diskussion: Es zeigen sich multiple soziale Ungleichheiten sowohl für schulisches Wohlbefinden als auch für Resilienz, insbesondere zum Nachteil von Schüler:innen mit niedrigem SES, einseitigem Migrationshintergrund sowie aus Eineltern- und Stieffamilien. Limitationen der Studie werden diskutiert.

Take Home Message für die Praxis: Maßnahmen zur Förderung von Wohlbefinden und Resilienz sollten insbesondere soziale Ungleichheiten auf Individualebene adressieren und schulische Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Interessenkonflikte: Keine