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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Übung macht Ärzt:innen – ein extracurriculares Event als Maßnahme die Begeisterung für Allgemeinmedizin zu steigern

Fredrik Harms - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland
Katja Götz - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland
Kristina Flägel - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland
Jost Steinhäuser - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland

Text

Hintergrund: Je breiter die Ausbildung, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Fach Allgemeinmedizin erwogen wird. Allerdings gaben in einer Studie mehr als 50% der Ärzt:innen an, zu Beginn ihrer Weiterbildung 14 von 36 der für sie relevanten klinisch praktischen Skills nicht beherrscht zu haben. Eine Strategie zur Förderung des Nachwuchses in der Allgemeinmedizin kann es daher sein, die Breite der Ausbildung zu unterstützen, um Hemmschwellen bei der Wahl dieser Weiterbildung abzubauen.

Zielsetzung/Fragestellung: Eine Kurzintervention zum Kompetenzausbau von praktischen Basisfertigkeiten wurde entwickelt, implementiert und evaluiert.

Material & Methoden: Studierende im klinischen Abschnitt wurden eingeladen, samstags an einem halbtägigen Event mit vier praxisorientierten Workshops zu den Themen Otoskopie, Auskultation, eFAST-Sonographie und digital rektalen Untersuchung teilzunehmen. Ausgewählt wurden die Skills durch eine campusweite Bedarfsabfrage. Die Skills wurden in semesterheterogenen Gruppen durch Peer-Tutor:innen anhand der Peyton-Methode vermittelt. Im Assessment for Learning-Ansatz erhielten die Studierenden Feedback zum Lernerfolg im OSCE-Stil (zu den Themen Otoskopie, Auskultation). Die Selbsteinschätzung als Entrustment-Stufe nach Ten Cate, der Lernerfolg sowie die Evaluation der Veranstaltung wurden analysiert.

Ergebnisse: Es nahmen 53 Studierende, davon 73,6% weiblich, teil. Im Durschnitt waren die Teilnehmenden 25 Jahre alt (±3,7) und im 7. Semester (±1,8). Die prä- und post-Kurs Befragung zeigt eine signifikante Erhöhung der Kompetenz für alle Skills, im Mittel bis zu „Supervision bei Bedarf“ oder „volle Selbständigkeit“. Der Lernerfolg im Assessment war ebenfalls hoch. Die Studierenden waren sehr zufrieden mit dem praxisnahen Konzept und wünschen sich eine Wiederholung.

Diskussion: Bereits eine kurze Intervention eignet sich, die Kompetenz von Studierenden – mindestens kurzfristig – zu erhöhen. Die Teilnahmezahlen und die Evaluation zeigen ein hohes Interesse am Kompetenzausbau. Der Aufwand für Studierende ist gering.

  • Take Home Message für die Praxis:
  • Eine Kurzzeitintervention zu praktischen Fertigkeiten zeigt einen erheblichen initialen Kompetenzausbau.
  • Das Veranstaltungsformat stellt eine geeignete Ergänzung des Medizinstudiums dar.
  • Allgemeinmedizinische Institute könnten das Format als potenzielle ergänzende Maßnahme zur Nachwuchsrekrutierung prüfen.

Interessenkonflikte: Keine