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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
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Soziale Ungleichheit und biologisches Altern: ein Vergleich epigenetischer Uhren
Text
Hintergrund: Während bestehende Forschung bereits umfassend zeigen konnte, dass ein niedriger sozioökonomischer Status konsistent mit schlechterer Gesundheit sowie erhöhter Morbidität und Mortalität assoziiert ist, sind die Prozesse, durch welche sich diese Ungleichheiten körperlich manifestieren (Embodiment), noch weitgehend unklar. Ein möglicher Pathway ist das biologische Altern, da angenommen werden kann, dass mit niedrigerem SES verbundene Belastungen wie psychosozialer Stress, materielle Deprivation oder ungünstige Lebensbedingungen biologische Spuren hinterlassen, insbesondere auf epigenetischer Ebene. Dies kann zu beschleunigter Alterung und damit erhöhter Morbidität und Mortalität beitragen. Epigenetische Uhren auf Basis von DNA-Methylierung (DNAm) ermöglichen es, diese Prozesse zu quantifizieren.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist es zu untersuchen, inwiefern epigenetische Uhren unterschiedlicher Generationen geeignet sind, das Embodiment sozialer Ungleichheiten abzubilden. Im Fokus stehen uhrenspezifische Unterschiede in der Schätzung biologischen Alterns sowie die Sensitivität gegenüber SES-Indikatoren über Altersgruppen hinweg.
Material & Methoden: Die Analysen basieren auf Daten von 3654 Personen aus der UK Household Longitudinal Study. Delta Age wurde als Differenz zwischen DNAm- und chronologischem Alter berechnet. Lineare Mixed-Effects-Modelle analysierten Unterschiede nach Uhrentyp, Altersgruppe und Geschlecht sowie Interaktionen mit SES (Bildung, Einkommen, beruflicher Status), unter Kontrolle von Zellkomposition und Batch-Effekten.
Ergebnisse: Uhren der ersten Generation überschätzten das Alter bei Jüngeren und unterschätzten es bei Älteren jeweils systematisch. Die Uhr der zweiten Generation zeigte ein konsistent negatives Delta Age, während die dritte nur geringe Abweichungen aufwies. Zudem erfassten Uhren der zweiten und dritten Generation deutlichere soziale Gradienten: Höhere Bildung und ein höheres Einkommen waren mit geringerem Delta Age und damit langsamerer epigenetischer Alterung assoziiert.
Diskussion: Epigenetische Uhren unterscheiden sich deutlich in ihrer Eignung zur Abbildung sozialer Ungleichheit. Neuere Generationen erfassen Embodiment-Prozesse sensitiver und zeigen konsistentere soziale Gradienten. Dies unterstreicht die Bedeutung einer theoriegeleiteten Auswahl biologischer Marker und weiterer longitudinaler Analysen.
Take Home Message für die Praxis: Die Wahl der epigenetischen Uhren beeinflusst, wie sensitiv soziale Ungleichheiten in biologischen Alterungsprozessen erfasst werden. Neuere Uhren zeigen deutlichere Gradienten.
Interessenkonflikte: Keine



