Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Geschlechtergerechtigkeit in der Gesundheit kommunizieren – ein Indikatorenset für eine geschlechtersensible Gesundheitsberichterstattung

Hande Gencer - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Anke-Christine Saß - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Franziska Prütz - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland

Text

Hintergrund: Geschlecht ist ein wichtiger Einflussfaktor für die Gesundheit und eine Determinante gesundheitlicher Ungleichheit. Geschlechtersensibilität kann als Fähigkeit und Praxis verstanden werden, Geschlechterungleichheiten in der Gesundheit in verschiedenen Kontexten zu erkennen, zu verstehen und zu berücksichtigen. In der Gesundheitsberichterstattung (GBE) können geschlechtersensible Gesundheitsindikatoren Aufschluss über die Entwicklung von Geschlechterungleichheiten in der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung geben und so dazu beitragen, Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des im Rahmen der EU-geförderten Joint Action Prevent Non-Communicable Diseases (2024–2027) durchgeführten Projekts „Geschlechtersensible Gesundheitsindikatoren für die GBE am RKI" (GBE-GI) ist es, einen Kernsatz geschlechtersensibler Gesundheitsindikatoren mit Fokus auf nichtübertragbaren Krankheiten systematisch zu entwickeln.

Material & Methoden: Es wurde ein Scoping Review wissenschaftlicher und grauer Literatur einschließlich für die GBE relevanter Websites aus 55 OECD- und EU-Ländern durchgeführt. Daraus wurden für eine geschlechtersensible GBE geeignete Indikatoren extrahiert, die in einer dreistufigen Expert:innenbewertung mittels Delphi-Methode bewertet werden.

Ergebnisse: Der Vortrag stellt den Prozess der Indikatorenentwicklung und das daraus resultierende Indikatorenset vor. Aus dem Scoping Review und den darauf folgenden Auswahlprozessen ergaben sich 134 potenziell für die GBE geeignete Indikatoren. Ziel des derzeit laufenden Delphi-Verfahrens ist ein Set von etwa 50 Kernindikatoren, die perspektivisch in das Webportal der GBE des Bundes integriert werden können.

Diskussion: Geschlechtersensible Gesundheitsindikatoren können ein differenziertes Bild von geschlechtsbezogenen gesundheitlichen Ungleichheiten vermitteln und als Grundlage für gerechtere (gesundheits-)politische Entscheidungen und Strategien dienen. Anhand des final konsentierten Indikatorensets können z.B. Datenverfügbarkeit, Ausgewogenheit und Vollständigkeit diskutiert werden.

Take Home Message für die Praxis: Eine auf geschlechtersensiblen Gesundheitsindikatoren basierende GBE kann Aufschluss über Geschlechterungleichheiten geben, Gesundheitsförderung und Versorgung verbessern, Gender Mainstreaming fördern sowie relevante Informationen für Gleichstellungsmaßnahmen zur Verfügung stellen. Ein entsprechendes Kernindikatorenset wurde entwickelt und steht für die GBE zur Verfügung.

Interessenkonflikte: Keine