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- Psychisches Wohlbefinden bei Personen mit und ohne Diabetes mellitus: Ergebnisse der Jahreserhebung 2024 des Panels „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Psychisches Wohlbefinden bei Personen mit und ohne Diabetes mellitus: Ergebnisse der Jahreserhebung 2024 des Panels „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts
Text
Hintergrund: Diabetes mellitus ist mit einem erhöhten Risiko für psychosoziale Belastungen und psychische Störungen assoziiert. Bislang liegen weniger Erkenntnisse zum Zusammenhang mit Indikatoren positiver psychischer Gesundheit vor. Der Erhalt von Lebensqualität bei Menschen mit Diabetes ist als ein Therapieziel in der Nationalen Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes verankert. Die Steigerung des Wohlbefindens kann für den Behandlungserfolg bei Menschen mit Diabetes von Bedeutung sein.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Diabetesstatus und psychischem Wohlbefinden in einer bundesweiten Stichprobe der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands zu untersuchen.
Material & Methoden: Grundlage sind Befragungsdaten des Panels „Gesundheit in Deutschland“ (Mai-Dezember 2024, Personen ab 18 Jahren, n=15.842 mit vollständigen Angaben). Diabetes ist definiert als jemals ärztlich diagnostizierter Diabetes (ohne Schwangerschaftsdiabetes). Das Wohlbefinden wurde mit der Kurzversion der Warwick-Edinburgh Mental Well-Being Scale (SWEMWBS; 7-35 Punkte) erfasst. Berichtet werden altersadjustierte Mittelwerte (M) sowie die Anteile eines niedrigen (≤23) bzw. hohen Wohlbefindens (≥32). Gewichtete Prevalence Ratios (PR) mit 95%-Konfidenzintervallen (KI) werden mittels Poisson-Regressionsanalysen adjustiert nach Alter (Modell 1) und zusätzlich adjustiert nach relevanten soziodemografischen Variablen und Gesundheitsverhalten (Rauchen, sportliche Aktivität) (Modell 2) ermittelt.
Ergebnisse: Im Jahr 2024 hatten Erwachsene mit Diabetes (n=1.610) im Vergleich zu Personen ohne Diabetes (n=14.232) im Durchschnitt ein niedrigeres Wohlbefinden (M=25,4; 95%-KI 25,1-25,8 vs. 26,3; 26,2-26,4). Personen mit vs. ohne Diabetes berichteten häufiger ein niedriges Wohlbefinden (32,5% vs. 25,5%) und weniger häufig ein hohes Wohlbefinden (9,8% vs. 12,4%). Im altersadjustierten Modell 1 der Poisson-Regression zeigte sich ein höheres Risiko für niedriges Wohlbefinden bei Personen mit Diabetes (PR 1,28; 95%-KI 1,12-1,45), das auch im Modell 2 statistisch signifikant blieb (1,20; 1,06-1,36).
Diskussion: Personen mit Diabetes haben eine 20% höhere Wahrscheinlichkeit für ein niedriges Wohlbefinden als Personen ohne Diabetes. Um Entwicklungen im Zeitverlauf zu beobachten, ist ein kontinuierliches Monitoring des Wohlbefindens bei Personen mit Diabetes notwendig.
Take Home Message für die Praxis: Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung, das subjektive Wohlbefinden als Bestandteil einer bedürfnisorientierten Diabetesversorgung stärker zu berücksichtigen.
Interessenkonflikte: Die Autor:innen geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.



