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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) in der deutschen Allgemeinmedizin in den Jahren 2015 bis 2026 – eine Scoping Review

Maria Bauer - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
Lisa Weichselbaum - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
Veronika Deyerl - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
Peter Konstantin Kurotschka - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
Ildikó Gágyor - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Die akademische Allgemeinmedizin erlangt in Deutschland einen zunehmenden Stellenwert. Als Goldstandard der klinischen Forschung gelten randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), welche auch immer häufiger in hausärztlichen Praxen durchgeführt werden. Eine systematische Aufarbeitung der in der Allgemeinmedizin durchgeführten RCTs erfolgte zuletzt 2015. Es ist jedoch unklar, wie sich die Forschungslandschaft diesbezüglich seit 2015 entwickelt hat.

Zielsetzung/Fragestellung: Die Scoping Review beschäftigt sich mit den Fragen, wie viele RCTs in den Jahren 2015 bis 2026 unter federführender Beteiligung der Allgemeinmedizin in Deutschland publiziert und welche Themenfelder vermehrt beforscht wurden.

Material & Methoden: Nach systematischer Literatursuche in PubMed und Scopus folgte ein Titel- und Abstract- sowie Volltextscreening aller Publikationen durch zwei unabhängige Reviewer:innen. Eingeschlossen wurden Originalpublikationen aus den Jahren 2015–2026, deren Erst- und/oder Letztautor:in einem deutschen allgemeinmedizinischen Institut zugehörig ist. Geeignete Studien wurden durch zwei Reviewerinnen im Hinblick auf Methodik und thematische Aspekte analysiert. Konflikte wurden diskutiert und unter Einbezug einer dritten Reviewerin gelöst.

Ergebnisse: Die vorläufige Suche für den Zeitraum 2015 bis 2024 ergab 2926 Studien, hiervon erfüllten 70 Studien unsere Einschlusskriterien. Es zeigte sich eine vielfältige Themenstruktur. Die meisten Studien fokussierten sich auf psychische Erkrankungen, Polypharmazie, Multimorbidität und geriatrische Themen. Überwiegend wurde die Effektivität von Schulungen für Praxisteams oder Patient:innen, komplexen Interventionen, digitalen Tools oder Bewegungsprogrammen untersucht. Es wurden nur wenige Arzneimittelstudien durchgeführt. Eine Clusterrandomisierung auf Praxisebene (im Gegensatz zu einer individuellen Randomisierung) wurde in einer Mehrzahl von 63% der Studien angewandt.

Diskussion: In der deutschen Allgemeinmedizin werden im Zeitvergleich zunehmend RCTs durchgeführt. Die inhaltliche Breite des Fachs findet sich in den untersuchten Themen und Interventionen. Die Fokussierung auf Schulungen für Praxisteams spiegelt die Motivation für eine sich stetig weiterverbessernde multiprofessionelle Patientenversorgung wider.

Take Home Message für die Praxis: Hausärztliche Praxen in Deutschland sind ein geeigneter Ort für die Durchführung von RCTs und bieten die Möglichkeit, thematisch breit gefasste Forschungsvorhaben umzusetzen.

Interessenkonflikte: Keine