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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Entwicklung von Qualitätsindikatoren für die ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen nichttumorbedingten Schmerzen

Cornelia Straßner - Universitätsklinikum Heidelberg, Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Regina Poß-Doering - Universitätsklinikum Heidelberg, Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Marco Zugaj - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Anästhesiologie, Sektion Schmerzmedizin, Heidelberg, Deutschland
Sarah Holtz - aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, Deutschland
Marvin Jungesblut - aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, Deutschland
Petra Kaufmann-Kolle - aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, Deutschland

Text

Hintergrund: Im hausärztlichen Bereich ist etwa eine von 5 behandelten Personen von chronischen Schmerzen betroffen. Es besteht Konsens, dass eine gute Schmerzbehandlung biologische, psychologische, soziale und spirituelle Faktoren berücksichtigen und multimodal aufgebaut sein sollte. Die Umsetzung einer leitliniengereichten Schmerztherapie ist insbesondere im nicht-stationären Bereich herausfordernd. Es fehlen Instrumente, mit denen sich die Qualität einer leitliniengerechten ambulanten Schmerztherapie systematisch messen und Verbesserungspotenziale erkennen lassen.

Zielsetzung/Fragestellung: Es sollten Qualitätsindikatoren für die ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen nichttumorbedingten Schmerzen entwickelt und in Form eines QISA-Bandes veröffentlicht werden. QISA ist ein aktuell 14 Bände umfassendes Qualitätsindikatorsystem der AOK.

Material & Methoden: Die Indikatorentwicklung erfolgte nach der „QISA-Methodik“, die sich an die RAND/NPCRDC-Methode anlehnt und umfasste folgende Schritte: 1. Recherche nach vorhandenen Indikatoren in Leitlinien, DMP-Richtlinien und auf den Webseiten von Institutionen, die indikatorgestützt arbeiten; 2. Gruppierung und Bereinigung der gefundenen Indikatoren; 3. Bewertung der Indikatoren durch ein Expertenpanel

Ergebnisse: Dem Expertenpanel wurden 54 Indikatoren zur Bewertung vorgelegt. Nach zwei schriftlichen Bewertungen und zwei Online-Workshops wurde ein Set von 21 Indikatoren konsentiert. Im Zuge redaktioneller Überarbeitungen wurden mehrere Indikatoren zu einem Indexindikator zusammengefasst. Das finale Set umfasst 13 Indikatoren aus den Bereichen Prävalenz (n=2), Praxisalltag (1 Indexindikator mit 8 Teilaspekten), Fortbildung und Kooperation (n=2), Behandlung (n=6) und Self-Care (n=2). Acht Indikatoren können auf Basis von Routinedaten erhoben werden.

Diskussion: Die Indikatoren können im Rahmen des praxisinternen Qualitätsmanagements, in Arztnetzen, Qualitätszirkeln und in Forschungsprojekten eingesetzt werden. Für den Einsatz im Praxisalltag müssen geeignete Erhebungsmethoden entwickelt werden. Zukünftig sollte evaluiert werden, inwieweit die Erfüllung der Indikatoren mit versorgungsrelevanten Endpunkten (z.B. Kosten, Lebensqualität) korrespondiert.

Take Home Message für die Praxis: Die ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischem nichttumorbedingtem Schmerz sollte kontinuierlich verbessert werden. Einheitliche Qualitätsindikatoren können dazu beitragen.

Interessenkonflikte: Das Forschungsvorhaben wurde als Teilprojekt im Rahmen des vom BMBF (jetzt BMFTR) geförderten Projekts RELIEF (Förderkennzeichen 01GY2106, www.relief-amed.de) umgesetzt. C. Straßner und R. Poß-Doering leiten die RELIEF-Studie.