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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Erfahrungen und Bedarfe Medizinstudierender zur Informationssuche digitaler Angebote zur Förderung psychischer Gesundheit – Ergebnisse einer qualitativen Studie
Text
Hintergrund: Medizinstudierende sind aufgrund spezifischer Studienanforderungen hohen psychischen Belastungen ausgesetzt und nehmen eine Schlüsselrolle in Prävention und Versorgung psychischer Erkrankungen ein. Der Zugang zu professioneller Unterstützung bleibt häufig unzureichend. Digitale Angebote können einen niedrigschwelligen Zugang bieten, werden jedoch aufgrund mangelnder Bekanntheit und fehlender Orientierung kaum genutzt.
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Erfahrungen, Bedarfe und Anforderungen haben Medizinstudierende hinsichtlich der Informationssuche zu digitalen Angeboten für die psychische Gesundheit und welche Rolle schreiben sie der Universität als gesundheitskompetenter Organisation dabei zu?
Material & Methoden: Medizinstudierende wurden mittels heterogenem Purposive Sampling über universitäre Mailverteiler rekrutiert und in leitfadengestützten Einzelinterviews befragt (SoSe 2025 – WiSe 2025/26, theoretische Sättigung). Die Erhebung orientierte sich am eHealth Literacy Framework (eHLF) nach Norgaard et al. (2025), die Auswertung erfolgt mittels induktiv-deduktiver Inhaltsanalyse nach Mayring und Fenzl (2019).
Ergebnisse: Insgesamt wurden 22 Medizinstudierende befragt. Die Befunde zeigen ein zweigeteiltes Bild. Auf individueller Ebene ist psychische Gesundheit kein Tabuthema mehr, dennoch werden Studierende erst bei konkreten Symptomen aktiv. Die Informationssuche erfolgt über Umfeld und KI-basierte Tools. Bei der Angebotsauswahl haben Aufmachung und Rezensionen Vorrang vor Kriterien wie Datenschutz und Zertifizierungsqualität. Auf institutioneller Ebene sind Hochschulangebote weitgehend unbekannt und werden vorwiegend mit Behandlung assoziiert. Ausdrücklich gewünscht wird eine aktivere Rolle der Universität, die gezielt Präventionsangebote empfiehlt.
Diskussion: Die Ergebnisse verweisen auf strukturellen Handlungsbedarf auf universitärer Ebene, um digitale Präventionsangebote sichtbarer zu machen und eine informierte Angebotsauswahl zu unterstützen. Der geäußerte Wunsch nach gezielten Empfehlungen knüpft an die Entwicklung und Implementierung von Empfehlungssystemen an, die als bislang unterschätzte Chance für die studentische Gesundheitsförderung darstellen. Ergänzend sollen Hochschulakteur:innen in Fokusgruppen befragt werden.
Take Home Message für die Praxis: Hochschulen sollten als gesundheitskompetente Organisationen eine Lotsenfunktion bei der Vermittlung digitaler Präventionsangebote übernehmen und auf strukturierte Empfehlungssysteme setzen.
Interessenkonflikte: Keine



