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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Berufliche Gratifikationskrisen und Gesundheit in der Erwerbsbevölkerung – erste Ergebnisse aus dem RKI-Panel 2025
Text
Hintergrund: Psychosoziale Arbeitsbelastungen, wie ein ungünstiges Ungleichgewicht (berufliche Gratifikationskrise) zwischen Anstrengung (Effort) und Anerkennung (Reward), sind relevante Einflussfaktoren für die Gesundheit von Erwerbstätigen.
Zielsetzung/Fragestellung: Der Beitrag untersucht den Zusammenhang zwischen Gratifikationskrisen und verschiedenen Gesundheitsindikatoren in einer repräsentativen Stichprobe in Deutschland.
Material & Methoden: Grundlage ist die Jahreswelle 2025 der Studie „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts (RKI-Panel 2025). Analysiert wurden Daten von Erwerbstätigen (Voll-/Teilzeit) im Alter von 18–64 Jahren (9.468 Frauen, 7.686 Männer). Gratifikationskrisen wurden mit dem Kurzinstrument der Effort-Reward-Imbalance-Skala nach Siegrist (10 Likert-Items) erhoben. Für die Analyse wurde das Effort-Reward-Ratio berechnet und in verteilungsbasierte Quartile eingeteilt. Personen im 4. Quartil (hohe Anstrengung, geringe Belohnung) wurden als Personen mit einer beruflichen Gratifikationskrise klassifiziert. Wir berichten Prävalenzen nach Geschlecht, Alter, Qualifikationsniveau (CASMIN) und subjektivem Sozialstatus. Poisson-Regressionen (adjustiert für Alter, Geschlecht, Erwerbsstatus, Qualifikationsniveau und subjektiven Sozialstatus) schätzen Prevalence Ratios (PR) für eine gute / sehr gute selbsteingeschätzte allgemeine Gesundheit (SRH) sowie Incidence Rate Ratios (IRR) für die Anzahl krankheitsbedingter Fehltage (AU-Tage) nach beruflicher Gratifikationskrise.
Ergebnisse: Gratifikationskrisen werden häufiger von Frauen (27,4%) als von Männern (21,2%) sowie von Personen mit niedrigem subjektivem Sozialstatus berichtet (niedrig: 34,1%; mittel: 24,8%; hoch: 16,7%). Nach Alter und Qualifikationsniveau zeigen sich keine wesentlichen Unterschiede. Die multivariablen Modelle zeigen einen negativen Zusammenhang zwischen Gratifikationskrisen und SRH (PR 0,80; 95%-KI 0,76–0,83) sowie einen positiven Zusammenhang mit der Anzahl an AU-Tagen (IRR 1.41; 95%-KI 1.17–1.70).
Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Frauen und Personen mit niedrigem subjektivem Sozialstatus von Gratifikationskrisen betroffen sind. Gleichzeitig stehen Gratifikationskrisen mit allgemeinen Gesundheitsindikatoren in Zusammenhang.
Take Home Message für die Praxis: Prävention psychosozialer Belastungen am Arbeitsplatz könnte zur Verbesserung der Gesundheit von Erwerbstätigen und zur Reduzierung von krankheitsbedingten Fehltagen beitragen.
Interessenkonflikte: Keine



