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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Social Marketing zur Prävention von körperlicher Misshandlung, emotionaler Misshandlung und Vernachlässigung bei Kindern: ein Scoping Review zu bisherigen Anwendungen und Methoden

Fiona Sternberg-Rahenbrock - Heinrich-Heine-Universität, Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Pädiatrische Kardiologie, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Deutschland
Lena Rasch - Heinrich-Heine-Universität, Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Pädiatrische Kardiologie, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Deutschland
Freia De Bock - Heinrich-Heine-Universität, Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Pädiatrische Kardiologie, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Deutschland; Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft, Berlin, Deutschland
Claudia Ruth Pischke - Heinrich-Heine-Universität, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Deutschland
Adrienne Alayli - Heinrich-Heine-Universität, Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Pädiatrische Kardiologie, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Deutschland; Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft, Berlin, Deutschland

Text

Hintergrund: Kindesmisshandlung und Vernachlässigung (KMV) haben schwere kurz- und langfristige Folgen, einschließlich eines erhöhten Risikos psychischer Erkrankungen. Prävention, Früherkennung und Frühintervention sind zentral, um negative Konsequenzen und Retraumatisierungen zu vermeiden. Social-Marketing-Methoden (SMM) bieten einen Ansatz zur Prävention. Sie nutzen Marketingprinzipien, um über KMV, Warnzeichen und Hilfsangebote zu informieren und gesundheitsrelevantes Verhalten zu fördern.

Zielsetzung/Fragestellung: Dieses Scoping Review zielt darauf ab, die internationale Literatur zu SMM zur Prävention körperlicher und emotionaler Kindesmisshandlung sowie von Vernachlässigung systematisch zu kartieren und zu beschreiben (u.a. hinsichtlich eingesetzter Strategien, Medien, Zielgruppen, theoretischer Rahmenmodelle u. Evaluationsmethoden), um zentrale Konzepte zu strukturieren, das Potenzial von SMM zu eruieren und Forschungslücken zu identifizieren.

Material & Methoden: PubMed, Scopus, Web of Science und ERIC wurden für die Jahre 2010 bis 2024 nach empirischen Studien aller Designs zu SMM zur Prävention von KMV von Kindern durchsucht. Zwei voneinander unabhängige Reviewer:innen führten Screening und Volltextprüfung durch. Extrahiert wurden Studienmerkmale, KMV-Formen, Zielgruppen, Medien/Strategien, theoretische Rahmenmodelle, Outcomes sowie Qualität/Transparenz. Die Synthese erfolgte narrativ und tabellarisch in Anlehnung an das JBI Guidance Manual.

Ergebnisse: Von insgesamt 8.915 Treffern, konnten nach Volltextprüfung von 81 Artikeln 24 Studien eingeschlossen werden. Der Fokus der Studien lag überwiegend auf körperlicher Misshandlung, während emotionale Misshandlung und Vernachlässigung selten adressiert wurden. SMM-Ansätze nutzten meist einzelne Medienformate; eine systematische Anbindung an Unterstützungsangebote und wirkmodellbasierte Evaluationen (inkl. Langzeiteffekten) fehlten häufig.

Diskussion: Die Studien setzten vor allem Print- und Videoformate (Poster/Broschüren/Videos; teils Social Media) ein und evaluierten überwiegend kurzfristige Outcomes (Akzeptanz/Verständlichkeit), während Langzeiteffekte selten berichtet wurden. Emotionale Vernachlässigung als zu prävenierende Form der KMV ist unterrepräsentiert, künftige Studien sollten entsprechende Kampagnen gezielt entwickeln und ihre Wirksamkeit evaluieren.

Take Home Message für die Praxis: Social-Marketing-Ansätze zur KMV-Prävention sollten stärker mit Unterstützungsangeboten für Individuen verknüpft und langfristig evaluiert werden, insbesondere für emotionale Misshandlung und Vernachlässigung.

Interessenkonflikte: Keine