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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Effekte einer schulbasierten Gesundheitsförderungsstrategie auf Capacity Building – eine quasi-experimentelle Studie

Isabell von Holt - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Lea Decker - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Ulla Walter - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Dominik Röding - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Derzeit wird in Deutschland eine schulbasierte Gesundheitsförderungsstrategie („Weitblick – Gesunde Schule hat Methode“) erprobt, die auf dem international etablierten Präventionssystem Communities That Care (CTC) basiert. Die Strategie befähigt Schulen, im Verlauf eines zweijährigen Schulentwicklungsprozesses ihre Präventionsbedarfe systematisch zu erheben sowie evidenzbasierte Maßnahmen auszuwählen, umzusetzen und zu evaluieren.

Zielsetzung/Fragestellung: Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern diese Strategie die von ihr intendierten Effekte auf Capacity-Outcomes erzielt.

Material & Methoden: Die Studie basiert auf einem sequenziellen Längsschnittdesign, bei dem aus den Baseline-Daten der später rekrutierten Schulen eine Kontrollgruppe konstruiert wird. Die Capacity-Outcomes wurden mittels eines zweijährlich durchgeführten Multiple-Key-Informant-Surveys erhoben. In Abhängigkeit von der Schulgröße wurden pro Schule drei bis zehn Informants befragt. Die Daten werden auf Schulebene aggregiert. Der primäre Outcome ist die Übernahme wissenschaftsbasierter Prävention. Sekundäre Outcomes sind intersektorale Kooperation, integrierte Gesamtstrategie, Rückhalt für Prävention und soziale Normen. Es wurden gepaarte t-Tests gerechnet.

Ergebnisse: Zwischen 9/2023 und 3/2026 wurden 51 Schulen rekrutiert, von denen 40 Schulen (n = 307 Informants) in die Kontrollgruppe (KG) und 11 Schulen (n = 49 Informants) in die Interventionsgruppe (IG) eingehen. Im primären Outcome zeigt sich ausschließlich in der IG eine Verbesserung (g = 0,82; 95%-KI [0,15; 1,45]). Bei den sekundären Outcomes findet sich für die intersektorale Kooperation ebenfalls nur in der IG eine Verbesserung (g = 0,66; 95%-KI [-0,03; 1,45]). Für soziale Normen zeigt sich hingegen eine Verschlechterung in der IG (g = −0,93; 95%-KI [−1,91; −0,15]), die auch in der KG beobachtet wird.

Diskussion: Ein Jahr nach Implementationsbeginn zeigen die Schulen deutliche Fortschritte in der Übernahme wissenschaftsbasierter Prävention sowie Verbesserungen in der intersektoralen Kooperation. Die gefundenen Effekte sind mit denen von CTC vergleichbar und sprechen für die Effektivität dieses auf Schulen adaptierten Ansatzes. Limitationen des Studiendesigns werden diskutiert.

Take Home Message für die Praxis: Die an CTC angelehnte schulbasierte Strategie stärkt die Übernahme wissenschaftsbasierter Prävention und den Ausbau intersektoraler Kooperation für Prävention.

Interessenkonflikte: Keine