- Conferences Overview
- Gesundheit gestalten
- Effekte einer schulbasierten Gesundheitsförderungsstrategie auf Capacity Building – eine quasi-experimentelle Studie
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Effekte einer schulbasierten Gesundheitsförderungsstrategie auf Capacity Building – eine quasi-experimentelle Studie
Text
Hintergrund: Derzeit wird in Deutschland eine schulbasierte Gesundheitsförderungsstrategie („Weitblick – Gesunde Schule hat Methode“) erprobt, die auf dem international etablierten Präventionssystem Communities That Care (CTC) basiert. Die Strategie befähigt Schulen, im Verlauf eines zweijährigen Schulentwicklungsprozesses ihre Präventionsbedarfe systematisch zu erheben sowie evidenzbasierte Maßnahmen auszuwählen, umzusetzen und zu evaluieren.
Zielsetzung/Fragestellung: Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern diese Strategie die von ihr intendierten Effekte auf Capacity-Outcomes erzielt.
Material & Methoden: Die Studie basiert auf einem sequenziellen Längsschnittdesign, bei dem aus den Baseline-Daten der später rekrutierten Schulen eine Kontrollgruppe konstruiert wird. Die Capacity-Outcomes wurden mittels eines zweijährlich durchgeführten Multiple-Key-Informant-Surveys erhoben. In Abhängigkeit von der Schulgröße wurden pro Schule drei bis zehn Informants befragt. Die Daten werden auf Schulebene aggregiert. Der primäre Outcome ist die Übernahme wissenschaftsbasierter Prävention. Sekundäre Outcomes sind intersektorale Kooperation, integrierte Gesamtstrategie, Rückhalt für Prävention und soziale Normen. Es wurden gepaarte t-Tests gerechnet.
Ergebnisse: Zwischen 9/2023 und 3/2026 wurden 51 Schulen rekrutiert, von denen 40 Schulen (n = 307 Informants) in die Kontrollgruppe (KG) und 11 Schulen (n = 49 Informants) in die Interventionsgruppe (IG) eingehen. Im primären Outcome zeigt sich ausschließlich in der IG eine Verbesserung (g = 0,82; 95%-KI [0,15; 1,45]). Bei den sekundären Outcomes findet sich für die intersektorale Kooperation ebenfalls nur in der IG eine Verbesserung (g = 0,66; 95%-KI [-0,03; 1,45]). Für soziale Normen zeigt sich hingegen eine Verschlechterung in der IG (g = −0,93; 95%-KI [−1,91; −0,15]), die auch in der KG beobachtet wird.
Diskussion: Ein Jahr nach Implementationsbeginn zeigen die Schulen deutliche Fortschritte in der Übernahme wissenschaftsbasierter Prävention sowie Verbesserungen in der intersektoralen Kooperation. Die gefundenen Effekte sind mit denen von CTC vergleichbar und sprechen für die Effektivität dieses auf Schulen adaptierten Ansatzes. Limitationen des Studiendesigns werden diskutiert.
Take Home Message für die Praxis: Die an CTC angelehnte schulbasierte Strategie stärkt die Übernahme wissenschaftsbasierter Prävention und den Ausbau intersektoraler Kooperation für Prävention.
Interessenkonflikte: Keine



