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- Determinanten der Patientenbefähigung in einer dreiarmigen cluster-randomisierten kontrollierten Studie: eine longitudinale Multilevel-Regressionsanalyse mit 30 Onkologie-Stationen (KommRhein Interpro)
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Determinanten der Patientenbefähigung in einer dreiarmigen cluster-randomisierten kontrollierten Studie: eine longitudinale Multilevel-Regressionsanalyse mit 30 Onkologie-Stationen (KommRhein Interpro)
Text
Hintergrund: Patientenzentrierte Kommunikation ist ein Indikator onkologischer Versorgungsqualität. Patientenbefähigung (Patient Enablement, PE), als die Fähigkeit der Patienten, ihre Krankheit zu verstehen und damit umzugehen, spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle. Als Teil der cluster-randomisierten kontrollierten KommRhein Interpro Studie, gefördert durch die Deutsche Krebshilfe, wurde der Einfluss von Kommunikationstrainings auf PE untersucht.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Analyse ist es den Interventionseinfluss und weitere Determinanten von PE bei Krebspatienten zu untersuchen.
Material & Methoden: Insgesamt 30 onkologische Teams wurden in 3 Studienarme randomisiert: Kontrollgruppe (KG) = Teams erhalten schriftliche Informationen zu patientenzentrierter Kommunikation; Interventionsgruppe (IG Arzt) = Ärzte erhalten zusätzlich Kommunikationstraining; IG Interpro = zusätzlich interprofessionelles Kommunikationstraining für Ärzte und Pflegekräfte. Die Evaluation wurde mittels prospektiver Fragebogenbefragung zu 3 Messzeitpunkten (T0: vor Intervention; T1: nach Entlassung; T2: 3 Monate Follow-Up) durchgeführt. Primärer Endpunkt dieser Analyse ist PE (gemessen mit Patient Enablement Instrument). Untersuchte Determinanten waren: Messzeitpunkte, Geschlecht, Progredienzangst, Empathie, Vertrauen (in Ärzte & Pflege), verständnisorientierte Kommunikation, Interventionseffekt. Auswertung erfolgte nach dem Intention-to-treat-Prinzip mit einem Mixed Model for Repeated Measures.
Ergebnisse: N=1.905 Krebspatienten nahmen teil (KG n=668; IG Arzt n=674; IG Interpro n=563). Es zeigt sich kein Interventionseffekt. Progredienzangst (between), β=-,211, p<,001 (95% CI: -,031; -,020) und Progredienzangst (within), β=-,059, p<,001 (95% CI: -,028; -,008) sind negativ mit PE assoziiert. Empathie, β=,109, p=,002 (95% CI: ,052; ,225), Vertrauen, β=,148, p<,001 (95% CI: ,096; ,256) und verständnisorientierte Kommunikation, β=,095, p=,001 (95% CI: ,058; ,239), sind positiv mit PE assoziiert. Frauen zeigen höhere PE, β=,110, p=,003 (95% CI: ,047; ,225). PE sinkt über die Messzeitpunkte, β=-,139, p<,001 (95% CI: -,187; -,056).
Diskussion: Die Ergebnisse deuten auf die zentrale Bedeutung patientenzentrierter Kommunikation in der onkologischen Versorgung hin. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl der Beziehungsaufbau als auch eine empathische und verständnisorientierte Gesprächsführung Patienten bei der Krankheitsbewältigung unterstützen können.
Take Home Message für die Praxis: Patientenzentrierte Kommunikation kann sich positiv auf PE in der onkologischen Versorgung auswirken.
Interessenkonflikte: Keine



