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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Determinanten der Patientenbefähigung in einer dreiarmigen cluster-randomisierten kontrollierten Studie: eine longitudinale Multilevel-Regressionsanalyse mit 30 Onkologie-Stationen (KommRhein Interpro)

Friedemann Hagendorf - Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Versorgungsforschung in der Rehabilitation, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Köln, Deutschland; Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Bonner Netzwerk für Versorgungsforschung, Bonn, Deutschland
André Karger - Centrum für Integrierte Onkologie (CIO ABCD), Deutschland; Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitätsklinikum Düsseldorf, Medizinische Fakultät, Klinisches Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Düsseldorf, Deutschland
Andrea Petermann-Meyer - Centrum für Integrierte Onkologie (CIO ABCD), Deutschland; RWTH Aachen University, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation, Aachen, Deutschland
Franziska Geiser - Centrum für Integrierte Onkologie (CIO ABCD), Deutschland; Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Bonn, Deutschland
Frank Vitinius - Centrum für Integrierte Onkologie (CIO ABCD), Deutschland; Universität zu Köln, Uniklinik Köln, Medizinische Fakultät, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Köln, Deutschland; Robert Bosch Krankenhaus, Abteilung für Psychosomatische Medizin, Deutschland
Luisa Ernsten - Centrum für Integrierte Onkologie (CIO ABCD), Deutschland; Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitätsklinikum Düsseldorf, Medizinische Fakultät, Klinisches Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Düsseldorf, Deutschland
Rebecca Horbach-Bremen - Centrum für Integrierte Onkologie (CIO ABCD), Deutschland; RWTH Aachen University, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation, Aachen, Deutschland
Ambra Marx - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Bonn, Deutschland
Kati Hiltrop - Centrum für Integrierte Onkologie (CIO ABCD), Deutschland; Universität zu Köln, Uniklinik Köln, Medizinische Fakultät, Lehrstuhl für Versorgungsforschung, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Köln, Deutschland
Nicole Ernstmann - Centrum für Integrierte Onkologie (CIO ABCD), Deutschland; Universität zu Köln, Uniklinik Köln, Medizinische Fakultät, Lehrstuhl für Versorgungsforschung, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Köln, Deutschland
Christian Heuser - Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Versorgungsforschung in der Rehabilitation, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Köln, Deutschland; Centrum für Integrierte Onkologie (CIO ABCD), Deutschland; Universität zu Köln, Uniklinik Köln, Medizinische Fakultät, Lehrstuhl für Versorgungsforschung, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Köln, Deutschland

Text

Hintergrund: Patientenzentrierte Kommunikation ist ein Indikator onkologischer Versorgungsqualität. Patientenbefähigung (Patient Enablement, PE), als die Fähigkeit der Patienten, ihre Krankheit zu verstehen und damit umzugehen, spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle. Als Teil der cluster-randomisierten kontrollierten KommRhein Interpro Studie, gefördert durch die Deutsche Krebshilfe, wurde der Einfluss von Kommunikationstrainings auf PE untersucht.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Analyse ist es den Interventionseinfluss und weitere Determinanten von PE bei Krebspatienten zu untersuchen.

Material & Methoden: Insgesamt 30 onkologische Teams wurden in 3 Studienarme randomisiert: Kontrollgruppe (KG) = Teams erhalten schriftliche Informationen zu patientenzentrierter Kommunikation; Interventionsgruppe (IG Arzt) = Ärzte erhalten zusätzlich Kommunikationstraining; IG Interpro = zusätzlich interprofessionelles Kommunikationstraining für Ärzte und Pflegekräfte. Die Evaluation wurde mittels prospektiver Fragebogenbefragung zu 3 Messzeitpunkten (T0: vor Intervention; T1: nach Entlassung; T2: 3 Monate Follow-Up) durchgeführt. Primärer Endpunkt dieser Analyse ist PE (gemessen mit Patient Enablement Instrument). Untersuchte Determinanten waren: Messzeitpunkte, Geschlecht, Progredienzangst, Empathie, Vertrauen (in Ärzte & Pflege), verständnisorientierte Kommunikation, Interventionseffekt. Auswertung erfolgte nach dem Intention-to-treat-Prinzip mit einem Mixed Model for Repeated Measures.

Ergebnisse: N=1.905 Krebspatienten nahmen teil (KG n=668; IG Arzt n=674; IG Interpro n=563). Es zeigt sich kein Interventionseffekt. Progredienzangst (between), β=-,211, p<,001 (95% CI: -,031; -,020) und Progredienzangst (within), β=-,059, p<,001 (95% CI: -,028; -,008) sind negativ mit PE assoziiert. Empathie, β=,109, p=,002 (95% CI: ,052; ,225), Vertrauen, β=,148, p<,001 (95% CI: ,096; ,256) und verständnisorientierte Kommunikation, β=,095, p=,001 (95% CI: ,058; ,239), sind positiv mit PE assoziiert. Frauen zeigen höhere PE, β=,110, p=,003 (95% CI: ,047; ,225). PE sinkt über die Messzeitpunkte, β=-,139, p<,001 (95% CI: -,187; -,056).

Diskussion: Die Ergebnisse deuten auf die zentrale Bedeutung patientenzentrierter Kommunikation in der onkologischen Versorgung hin. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl der Beziehungsaufbau als auch eine empathische und verständnisorientierte Gesprächsführung Patienten bei der Krankheitsbewältigung unterstützen können.

Take Home Message für die Praxis: Patientenzentrierte Kommunikation kann sich positiv auf PE in der onkologischen Versorgung auswirken.

Interessenkonflikte: Keine