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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Krebs als Herausforderung für die Partnerschaft: Wie hoch ist das Trennungsrisiko?
Text
Hintergrund: Eine Krebserkrankung kann mit medizinischen, sozialen, emotionalen und existenziellen Belastungen für die Betroffenen verbunden sein. Partnerschaft ist eine wichtige Ressource für Krebspatient:innen, kann aber auch eine große Herausforderung für die Partnerschaft bedeuten.
Bisher ist wenig über die Auswirkungen von Krebs auf die Trennung und Zufriedenheit von Partnerschaften bekannt.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie war es, die Häufigkeit der Trennung und die Qualität der Partnerschaft im Kontexteiner Krebserkrankung, Prädiktoren der Trennung und Prädiktoren für eine wahrgenommene negative Auswirkung von Krebs auf die Partnerschaft zu identifizieren.
Material & Methoden: In dieser online durchgeführten Querschnittsbefragung wurden Krebspatient:innen und Überlebende (N = 802) zu Veränderungen in der Qualität ihrer Partnerschaft und zu einer möglichen Trennung nach der Krebsdiagnose befragt. Ziel war es a.) die Häufigkeit von Trennungen, b.) Prädiktoren für eine Trennung und c.) für eine wahrgenommene negative Auswirkung der Krebserkrankung auf die Beziehung zu identifizieren.
Ergebnisse: 13,8% der Krebserkrankten und Überlebenden haben sich nach der Krebsdiagnose getrennt, wobei die Krebserkrankung für 60% der Grund für die Trennung war. Für 40% hatte der Krebs einen positiven, für 36% einen negativen Einfluss auf die Partnerschaft.
Die Zufriedenheit mit der Partnerschaft war im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung unterdurchschnittlich. Die Dauer der Partnerschaft, die Anzahl minderjähriger Kinder, ein hoher sozioökonomischer Status sowie die aktive Krebsbehandlung verringerten das Trennungsrisiko, während frühere psychologische Behandlungen im Zusammenhang mit Krebs das Trennungsrisiko erhöhten. Prädiktoren für eine negative Wahrnehmung der Auswirkungen von Krebs auf die Partnerschaft waren zum Zeitpunkt der Umfrage psychische Belastung und Depressivität sowie frühere psychologische Behandlungen.
Diskussion: Obwohl ein Drittel der Betroffenen positive Veränderungen in der Partnerschaft angab, war die Qualität der Partnerschaft gering. Die Studie zeigt, wie bedeutend und herausfordernd Krebs für die Partnerschaft ist. Eine kleine Gruppe Betroffener geht nach einer Trennung keine neue Partnerschaft ein. Diese Gruppe könnte besondere Aufmerksamkeit bei der Anpassung unterstützender Interventionen benötigen.
Take Home Message für die Praxis: Der Einfluss von Krebs auf die Partnerschaft ist herausfordernd und die Qualität der Partnerschaft eher gering. Eine psychische Erkrankung kann sich negativ auf die Stabilität der Partnerschaft auswirken.
Interessenkonflikte: Keine



