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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Herausforderungen und Bedarfe in der Versorgung von Langzeitüberlebenden nach Krebs – eine Interviewstudie mit Hausärzt:innen und Langzeitüberlebenden
Text
Hintergrund: Langzeitüberlebende nach Krebs weisen auch nach abgeschlossener Akuttherapie multiple Bedarfe auf. Eine patient:innenorientierte, hausärztliche Begleitung bietet die Möglichkeit, Spät- und Langzeitfolgen unter Berücksichtigung der Komplexität und Individualität zu adressieren. Gezielte Versorgungsgestaltung bedarf jedoch der Kenntnis aktueller Herausforderungen unter Berücksichtigung der Perspektiven von Betroffenen und Versorgenden. Diese Versorgungs- und Forschungslücke adressiert das DELPHIN-Projekt, gefördert von der Deutschen Krebshilfe.
Zielsetzung/Fragestellung: Als Teil der DELPHIN-Studie werden bio-psycho-soziale Bedarfe Langzeitüberlebender nach Krebs im Kontext ihrer Versorgungssituation erhoben. Zudem werden das Versorgungssystem inkl. spezifischer Herausforderungen sowie Verbesserungspotenziale abgebildet.
Material & Methoden: Qualitative Studie mit 22 leitfadengestützten Interviews (12 Langzeitüberlebende, 10 Hausärzt:innen). Der Leitfaden wurde literaturbasiert entwickelt und vor Anwendung pilotiert. Die Interviewaussagen wurden aufgezeichnet, transkribiert, kodiert und inhaltsanalytisch nach Kuckartz und Rädiker ausgewertet.
Ergebnisse: Bedarfe aus Sicht der Langzeitüberlebenden umfassten eine individualisierte Langzeitversorgung, Rehabilitation, psychologische und sozial-rechtliche Beratung sowie Peer Support, einhergehend mit dem Wunsch nach sensibler Kommunikation sowie strukturierter Information und Koordination der Versorgung. Seitens der Ärzt:innen zeigten sich insbesondere systemische Problematiken im Versorgungsgeschehen, aber auch der Bedarf nach gezielten Informationen zu Spät- und Langzeitfolgen von Krebs und lokalen Anlaufstellen.
Diskussion: Analysen der Perspektiven von Langzeitüberlebenden und Hausärzt:innen zeigen ein differenziertes Bild der komplexen Bedarfe und Versorgungssituation von Langzeitüberlebenden nach Krebs. Ergebnisinterpretationen sollten Limitationen wie Rekrutierungsstrategien und begrenzte Generalisierbarkeit berücksichtigen. Dennoch liefern die Ergebnisse wichtige Anhaltspunkte zur Gestaltung bedarfsgerechter hausärztlicher Versorgung sowie ergänzender Kommunikationsformen, z.B. digitaler Anwendungen wie der DELPHIN-App.
Take Home Message für die Praxis: Langzeitüberlebende nach Krebs weisen spezifische bio-psycho-soziale Bedarfe auf und begegnen individuellen Herausforderungen in der Versorgung. Hausärzt:innen können durch individualisierte Kommunikation, Information und Koordination weiterhin eine Schlüsselrolle in der bedarfsgerechten Versorgung einnehmen.
Interessenkonflikte: Keine



