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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Wie kann Hitzeschutz für Menschen mit Behinderung aus Sicht der Interessenvertretungen gelingen? Ergebnisse einer Interviewstudie
Text
Hintergrund: Hitze verursacht in Europa jetzt schon die größten gesundheitlichen Belastungen infolge des Klimawandels. Menschen mit Behinderung sind besonders von den Folgen von Hitze betroffen, werden aber bei Hitze- und Klimaschutzmaßnahmen kaum adressiert oder bei Maßnahmen mitgedacht. Es gibt nur wenig Evidenz dazu, welche Bedarfe Menschen mit Behinderung beim Hitzeschutz haben.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser qualitativen Erhebung war es zu verstehen, was Menschen mit Behinderung bei Hitze vulnerabel macht und wie ihre Bedarfe bei Hitzeschutzmaßnahmen adressiert werden können.
Material & Methoden: Es wurde eine qualitative Studie mit leitfadengestützten Experteninterviews durchgeführt. Dazu wurden Einrichtungen der Eingliederungshilfe aus dem Raum Augsburg und Interessensverbände von Menschen mit Behinderung aus Bayern befragt. Die Auswertung erfolgte mittels der Reflexiven Thematischen Inhaltsanalyse nach Braun und Clarke.
Ergebnisse: In den Interviews entstand das Bild einer situativen Vulnerabilität bei Hitze, die nicht durch behinderungsbedingte Faktoren allein, sondern auch durch das Umfeld und die Umwelt entsteht. Bei Hitze äußert sich diese Vulnerabilität besonders in dem Angewiesensein auf Unterstützungspersonen und deren Ressourcen sowie dem Angewiesensein auf eine barrierearme bauliche, mediale und strukturelle Umwelt. Im Alltag werden viele verhaltenspräventive Hitzeschutzmaßnahmen bereits umgesetzt. Aufgrund begrenzter Ressourcen sind insbesondere verhältnispräventive Maßnahmen schwer realisierbar. Die Beteiligung von Interessensvertretungen und die Erreichbarkeit politischer Entscheidungsträger gestaltet sich als schwierig.
Diskussion: Für die Umsetzung von öffentlichem und strukturellem Hitzeschutz ist die Zusammenarbeit von Interessensvertretungen sowie der Austausch mit der Politik und die konsequente Beteiligung bei Entscheidungsprozessen erforderlich. Maßnahmen zu barrierefreiem Hitzeschutz sind nicht nur für Menschen mit Behinderungen notwendig, sondern auch für den verhältnispräventiven Hitzeschutz aller förderlich.
Take Home Message für die Praxis:
- Die Beteiligung von Menschen mit Behinderung in der Hitzeschutzplanung ist zentral.
- Von barrierefreien Hitzeschutzmaßnahmen profitieren nicht nur Menschen mit Behinderung.
- Es besteht Informationsbedarf zu barrierearmen Hitzeschutz im öffentlichen Raum.
Interessenkonflikte: Keine



