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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit nach schwerem Trauma – LeAf-Trauma-Projekt-Update
Text
Hintergrund: Jedes Jahr erleiden in Deutschland ca. 30.000 Menschen eine Polytraumatisierung. Die Überlebenden sind häufig mit langanhaltenden Schmerzen, psychischen Folgen und Arbeitsunfähigkeit konfrontiert, was langfristig die gesundheitsbezogene Lebensqualität (hrQoL) beeinträchtigt.
Zielsetzung/Fragestellung: Das Innovationsfond geförderte Projekt „LeAf Trauma“ untersucht die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit (RTW) und die hrQoL bei Schwerverletzten.
Material & Methoden: Die vorliegende Studie besteht aus mehreren Studienarmen: (1) einer prospektiven, multizentrischen Kohortenstudie mit einer Stichprobe von 1.241 Teilnehmern aus ca. 40 Studienkliniken, (2) einer retrospektiven Analyse von AOK-Routinedaten (2015–2017) und (3) semi-strukturierten Patienten- und Experteninterviews. In (1) wurden Patienten bei der Entlassung aus dem Krankenhaus in die Studie aufgenommen und anschließend nach 6, 12 und 18 Monaten befragt. Um für die Patienten relevante Endpunkte zu erfassen, wurden Fragebögen verwendet, die auf der Grundlage von Literaturrecherche, den Patienten- und Experteninterviews (3) sowie eines Konsensprozesses des interdisziplinären Projektteams entwickelt oder ausgewählt wurden.
Ergebnisse: Auf dieser Grundlage wurden Krankheitsverläufe analysiert, Hürden und Chancen im Gesundheitswesen sowie Prädiktoren für die RTW und die hrQoL identifiziert. Zu letzterem gehören Faktoren wie schwere Extremitätenverletzungen, Komorbiditäten, Selbstwirksamkeit und Bildungsstand. Gesundheitssystemhürden sind beispielsweise der Transfer zwischen Sektoren sowie ein psychosozialer Behandlungsbedarf und die interprofessionelle Behandlung von Schwerverletzten.
Diskussion: Das Projekt identifiziert relevante und beeinflussbare Prädiktoren für hrQoL und RTW bei Schwerverletzten unter Einbeziehung der Patienten – und Expertenperspektive. Die Ergebnisse zu Hürden und Chancen in Zusammenspiel mit Krankheitsverläufen und Prädiktoren ermöglichte die Erstellung von praktischen Handlungsempfehlungen, die zur Optimierung der Versorgungsqualität beitragen können.
Take Home Message für die Praxis: Der Versorgungs- und Heilungsprozess von Schwerverletzten erfolgt innerhalb eines hoch komplexen interprofessionellen Geflechtes, dass sowohl das Gesundheits- als auch das Sozialwesen betrifft. Daraus ergeben sich Hürden, aber auch Chancen für eine bessere Versorgung. LeAf Trauma strebt an, Prädiktoren zu identifizieren und zu adressieren, um die Versorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern.
Interessenkonflikte: Keine



