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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit nach schwerem Trauma – LeAf-Trauma-Projekt-Update

Anne Neubert - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
Denise Schulz - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
Katharina Fetz - Universität Witten/Herdecke, Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM), Deutschland; Universität Witten/ Herdecke, Lehrstuhl für Forschungsmethodik und Statistik, Witten, Deutschland; Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutschland
Rolf Lefering - Universität Witten/Herdecke, Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM), Deutschland
Stefanie Bartha - AUC – Akademie der Unfallchirurgie @ Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, Deutschland
Elisabeth Schwojer - AUC – Akademie der Unfallchirurgie @ Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, Deutschland
Christine Höfer - AUC – Akademie der Unfallchirurgie @ Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, Deutschland
Lars Becker - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Essen, Deutschland
Lisa Wienhöfer - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Essen, Deutschland
Claudia Heilmann - WIdO – Wissenschaftliches Institut der AOK, Deutschland
Gina Royko - Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsklinik für Unfallchirurgie, Magdeburg, Deutschland
Dan Bieler - Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Verbrennungsmedizin, Koblenz, Deutschland

Text

Hintergrund: Jedes Jahr erleiden in Deutschland ca. 30.000 Menschen eine Polytraumatisierung. Die Überlebenden sind häufig mit langanhaltenden Schmerzen, psychischen Folgen und Arbeitsunfähigkeit konfrontiert, was langfristig die gesundheitsbezogene Lebensqualität (hrQoL) beeinträchtigt.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Innovationsfond geförderte Projekt „LeAf Trauma“ untersucht die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit (RTW) und die hrQoL bei Schwerverletzten.

Material & Methoden: Die vorliegende Studie besteht aus mehreren Studienarmen: (1) einer prospektiven, multizentrischen Kohortenstudie mit einer Stichprobe von 1.241 Teilnehmern aus ca. 40 Studienkliniken, (2) einer retrospektiven Analyse von AOK-Routinedaten (2015–2017) und (3) semi-strukturierten Patienten- und Experteninterviews. In (1) wurden Patienten bei der Entlassung aus dem Krankenhaus in die Studie aufgenommen und anschließend nach 6, 12 und 18 Monaten befragt. Um für die Patienten relevante Endpunkte zu erfassen, wurden Fragebögen verwendet, die auf der Grundlage von Literaturrecherche, den Patienten- und Experteninterviews (3) sowie eines Konsensprozesses des interdisziplinären Projektteams entwickelt oder ausgewählt wurden.

Ergebnisse: Auf dieser Grundlage wurden Krankheitsverläufe analysiert, Hürden und Chancen im Gesundheitswesen sowie Prädiktoren für die RTW und die hrQoL identifiziert. Zu letzterem gehören Faktoren wie schwere Extremitätenverletzungen, Komorbiditäten, Selbstwirksamkeit und Bildungsstand. Gesundheitssystemhürden sind beispielsweise der Transfer zwischen Sektoren sowie ein psychosozialer Behandlungsbedarf und die interprofessionelle Behandlung von Schwerverletzten.

Diskussion: Das Projekt identifiziert relevante und beeinflussbare Prädiktoren für hrQoL und RTW bei Schwerverletzten unter Einbeziehung der Patienten – und Expertenperspektive. Die Ergebnisse zu Hürden und Chancen in Zusammenspiel mit Krankheitsverläufen und Prädiktoren ermöglichte die Erstellung von praktischen Handlungsempfehlungen, die zur Optimierung der Versorgungsqualität beitragen können.

Take Home Message für die Praxis: Der Versorgungs- und Heilungsprozess von Schwerverletzten erfolgt innerhalb eines hoch komplexen interprofessionellen Geflechtes, dass sowohl das Gesundheits- als auch das Sozialwesen betrifft. Daraus ergeben sich Hürden, aber auch Chancen für eine bessere Versorgung. LeAf Trauma strebt an, Prädiktoren zu identifizieren und zu adressieren, um die Versorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

Interessenkonflikte: Keine