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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Prädiktoren für Symptome posttraumatischer Belastung nach einer Intensivbehandlung: eine explorative Analyse der Screening-Daten aus der multizentrischen PICTURE-Studie
Text
Hintergrund: Nach Entlassung von einer Intensivbehandlung sind Patienten einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ausgesetzt. Wichtig für die hausärztliche Versorgung ist die rechtzeitige Identifikation gefährdeter Patienten.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Studie ist es, mögliche Risikofaktoren für die Entwicklung einer PTBS nach einer Intensivbehandlung zu identifizieren.
Material & Methoden: 1.569 Patienten aus der multizentrischen PICTURE-Studie wurden in die retrospektive Analyse einbezogen. Anhand von Krankenakten und Screening-Protokollen wurden klinische Merkmale der Patienten sowie Informationen über den Verlauf der Intensivbehandlung ausgewertet. Zur Bewertung des Risikos für die Entwicklung einer PTBS wurde der PC-PTSD-5-Screening-Score ermittelt. Für die Analyse wurden deskriptive Statistiken, univariate statistische Analysen, multiple logistische Regression sowie Random-Forest Modellierungen verwendet, um mögliche Prädiktoren für einen erhöhten PC-PTSD-5-Score ≥3 zu identifizieren. Die Analyse wurde sowohl auf Basis vollständiger Fälle als auch mit imputierten Daten durchgeführt.
Ergebnisse: Zwischen dem Aufnahmegrund auf eine Intensivstation und einem positiven PC-PTSD-5-Score zeigt sich aus Basis vollständiger Fallbeobachtungen ein signifikanter Zusammenhang (p=0,002; n=1.299). Patienten, welche ungeplant aufgenommen wurden, wiesen häufiger einen positiven PC-PTSD-5-Score auf (53,4%) als Personen, welche geplant aufgenommen wurden (44,3%). Das Odds-Ratio liegt bei 1,44 (95%-KI: 1,15–1,81).
Der Vergleich der SOFA-Scores zwischen PC-PTSD-5-Score positiven und -negativen Patienten zeigte keinen signifikanten Unterschied (p=0,573; n=1.064) bei einer Differenz von 0,15 Punkten zwischen den Mittelwerten (95%-KI: −0,36 bis 0,65). Der Charlson-Komorbiditätsindex war im Vergleich zwischen den Gruppen ebenfalls nicht signifikant verändert (p=0,168; n=1.291).
Diskussion: Die Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang zwischen der Modalität der Aufnahme auf die Intensivstation und späteren posttraumatischen Beschwerden hin. Ein Grund dafür könnte sein, dass ungeplante Ereignisse häufiger traumatisierend wirken könnten. Der Aufnahmemodus sollte deswegen zur Identifikation von Risikogruppen erfasst werden, um eine rechtzeitige Behandlung zu ermöglichen.
Take Home Message für die Praxis: Die Erfassung von psychischen Symptomen nach Intensivbehandlung ist essenziell für die hausärztliche Praxis. Hierbei kann der individuelle Versorgungsverlauf wichtige Hinweise geben.
Interessenkonflikte: Keine



