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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Anwendbarkeit einer Liste mit Strategien zur Arzneimitteltherapiesicherheit in Hitzeperioden (CALOR-Liste) – eine qualitative Studie mit Gesundheitspersonal in Deutschland

Paul Henkelmann - Universität zu Köln, Institut für Allgemeinmedizin, Köln, Deutschland
Beate Müller - Universität zu Köln, Institut für Allgemeinmedizin, Köln, Deutschland
Maxie Bunz - Universität zu Köln, Institut für Allgemeinmedizin, Köln, Deutschland
Pascal Nohl-Deryk - Universität zu Köln, Institut für Allgemeinmedizin, Köln, Deutschland
Ingo Meyer - Universität zu Köln, PMV Forschungsgruppe, Köln, Deutschland
Olaf Krause - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Katharina van Baal - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Johannes Heck - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für klinische Pharmakologie, Hannover, Deutschland
Christina Princk - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Svenja Ahrendt - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Alina Herrmann - Universität zu Köln, Institut für Allgemeinmedizin, Köln, Deutschland

Text

Hintergrund: Hitzewellen führen im Sommer zu einer erhöhten Sterblichkeit. Ein Risikofaktor dafür ist die Einnahme von Medikamenten. Im Rahmen des ADAPT-Heat Projektes wird die CALOR-Liste entwickelt, welche evidenzbasierte Strategien enthält, um die Arzneimitteltherapiesicherheit in Hitzeperioden zu erhöhen.

Zielsetzung/Fragestellung: Nachdem auf Basis einer Literaturrecherche und eines Delphi-Verfahrens eine erste Version der CALOR-Liste erstellt wurde, untersucht die vorgestellte Studie die Anwendbarkeit der Liste in der Praxis.

Material & Methoden: Die CALOR-liste wurde Anfang Juni 2025 stationär und ambulant tätigen Ärzt:innen, Apotheker:innen, Pfleger:innen und medizinischen Fachangestellten vorgestellt und als PDF Dokument zugesandt. Im September 2025 wurden neun qualitative Fokusgruppendiskussionen (FGD) mit 63 Teilnehmenden durchgeführt und wörtlich transkribiert. Die Auswertung erfolgte gemischt induktiv und deduktiv mittels thematischer Analyse nach Braun & Clarke (2006), geleitet durch das Implementationsframework nach Chaudoir (2013) und gestützt durch die Software MaxQDA.

Ergebnisse: Auf inhaltlicher Ebene wurde kritisiert, dass bei vielen Strategien keine konkreten Dosierungshinweise oder Alternativpräparate genannt wurden. Auf formaler Ebene wurde vor allem eine starke Zusammenfassung von Wirkstoffgruppen kritisiert. Als essenzielle Implementierungsmaßnahme wurde eine digitale Form der Liste mit Suchfunktion herausgestellt, um die Handhabung im Praxisalltag zu erleichtern. Eine Hürde bei der Umsetzung war die mangelnde Erreichbarkeit von Hausärzt:innen für andere Berufsgruppen, bei gleichzeitiger Abhängigkeit von ärztlichen Anordnungen zur Medikationsanpassung.

Diskussion: Die Hinweise zur besseren Implementierbarkeit der CALOR-Liste werden, soweit möglich, umgesetzt, z.B. durch die Erstellung einer digitalen Version. Die Konkretisierung der Empfehlungen bezüglich einer Dosisanpassung lässt die aktuelle Evidenzgrundlage nicht zu. Weitere klinische Forschung ist nötig, um die Effekte konkreter Anpassungsmaßnahmen, inkl. Dosisanpassungen in Hitzeperioden zu untersuchen.

Take Home Message für die Praxis: Nach der Überarbeitung anhand der Erkenntnisse der Fokusgruppenanalyse wird eine optimierte Version der CALOR-Liste und entsprechende Materialien für Äzt:innen und Patient:innen spätestens 2026 veröffentlicht.

Interessenkonflikte: Keine