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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Project EAT: Ein internationales vorklinisches Wahlfach zu klimasensibler Ernährungsberatung in Hausarztpraxen – Ergebnisse der Implementierungsphase

Jonas Manuel Keller - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Bonner Netzwerk Versorgungsforschung, Bonn, Deutschland
Dorothea Maria Wild - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Bonner Netzwerk Versorgungsforschung, Bonn, Deutschland
Lydia Heimbrodt - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland
Birgitta Weltermann - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Bonner Netzwerk Versorgungsforschung, Bonn, Deutschland

Text

Hintergrund: Ein binationales vorklinisches 2-wöchiges Wahlfach wurde auf Basis des Planetary Health Education Framework zur Qualifikation für klimasensible Ernährungsberatung in der Hausarztpraxis entwickelt.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Wahlfach wurde auf Zufriedenheit der Beteiligten und Effektivität geprüft.

Material & Methoden: Studierende in Bonn und St. Andrews erhielten E-Learning zur Planetary Health Diet (PHD), KI-gestütztes Kommunikationstraining, Online-Seminare mit Lehrküche, Lehrvideos und Praktika in Hausarztpraxen. Studierende und Hausärzt:innen wurden mit Fragebögen zu Zufriedenheit, Einstellungen und Beratungsverhalten befragt (Zustimmung zu vorgegebenen Aussagen, 0–100%). Zusätzlich erfolgte eine qualitative Evaluation.

Ergebnisse: Nach Implementation 2025 liegen quantitative Daten liegen für 22 Studierende (18 Bonn, 4 St. Andrews) und 8 Hausärzt:innen (Bonn) vor. Qualitative Telefon-Interviews wurden mit 7 Studierenden, 7 Hausärzt:innen und 3 Patient:innen durchgeführt.

Quantitative Ergebnisse:

Studierende bewerteten das Wahlfach zu 92±10% positiv, Lehrküche (85±14%), Seminare zur Gesprächsführung (88±14%) und Praktika (88±23%) als wertvoll. Ihre Sicherheit in Beratung zu Ernährung und Kenntnisse zu Klimafolgen veränderten sich nicht signifikant (55±23 vs. 74±16%, p=0,05; 48±22 vs. 71±23%, p=0,09). Ihre Bereitschaft zur Orientierung an der PHD stieg (62±21 zu 73±17%, p<0,05).

Hausärzt:innen beurteilten das Wahlfach zu 95±9% positiv. Bei ihnen erhöhte sich die Bereitschaft zur Thematisierung klimabezogener Ernährungsaspekte (41±25 vs. 84±16%, p<0,01). Sie schätzten Studierende als gut vorbereitet (95±10%), interessiert (97±7%) und gut integrierbar in den Praxisablauf (84±16%) ein.

Qualitative Ergebnisse:

Alle Beteiligten bewerteten Thema und Umsetzung im Wahlfach positiv. Studierende empfanden die Thematisierung von Klimaschutz bei Patient:innen herausfordernd. Hausärzt:innen hoben den organisatorischen Aufwand der Patient:innenselektion hervor. Patient:innen bewerteten die Gespräche mit Studierenden positiv.

Diskussion: Das Wahlfach war erfolgreich umsetzbar und erzielte bei Studierenden einen subjektiven Kompetenzgewinn in Ernährungsberatung. Der Nutzen der Lehrangebote wurde differenziert beurteilt, als besonders wertvoll wurden Inhalte zur Gesprächsführung hervorgehoben. Herausfordernd waren Patient:innenselektion und Koordination der Gespräche.

Take Home Message für die Praxis: Hausärzt:innen sind wichtige Multiplikatoren für klimasensible, gesundheitsförderliche Ernährung. Schon vorklinische Studierende können hierbei eine aktive Rolle spielen.

Interessenkonflikte: Keine