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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Lokaler digitaler Wegweiser für Schwangerschaft und das erste Lebensjahr: partizipative Entwicklung mit und für vulnerable Familien
Text
Hintergrund: Obwohl im deutschen Gesundheitssystem der Anspruch auf eine bedarfsgerechte Versorgung besteht, zeigen sich erhebliche soziale Ungleichheiten im Zugang zu Angeboten, auch in der peripartalen Phase. Diese Ungleichheiten beeinflussen die Gesundheit der Mütter und der gesamten Familien. Die peripartale Versorgung ist dabei durch eine komplexe Schnittstelle zwischen Gesundheits- und Sozialsystem geprägt, in der vulnerable Familien von bestehenden Angeboten häufig nur unzureichend erreicht werden. Bedingt wird dies unter anderem durch Orientierungsschwierigkeiten in einer fragmentierten Versorgungslandschaft und schwer auffindbaren Angeboten.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Projekts ist die partizipative Entwicklung und Erprobung einer digitalen Navigationslösung für die peripartale Versorgung. Lokale Angebote und Informationen werden gebündelt, niedrigschwellig zugänglich gemacht und somit die Orientierung erleichtert. Hierdurch sollen Teilhabechancen insbesondere vulnerabler Familien erhöht werden.
Material & Methoden: Das Projekt folgt einem mehrstufigen Ansatz mit partizipativem Schwerpunkt: (1)Ist- und Bedarfsanalyse: Online-Recherche, Interviews und Fokusgruppen zur Erfassung bestehender Angebote sowie zur Identifikation von Informationsbedarfen und Zugangsbarrieren. (2)Erstellung des digitalen Wegweisers in Zusammenarbeit mit betroffenen Frauen und Fachpersonen in ko-kreativen Workshops. (3)Erprobung der digitalen Lösung in ausgewählten Settings.
Ergebnisse: Die Ist-Analyse deutet darauf hin, dass eine Vielzahl peripartaler Angebote existiert, diese jedoch schwer auffindbar sowie isoliert und wenig vernetzt sind. Auf dem Kongress werden die Ergebnisse des ersten Projektschritts und daraus abgeleitete Anforderungen an die Navigationslösung präsentiert.
Diskussion: Das Projekt soll zeigen, wie die partizipative Entwicklung einer digitalen Navigationslösung die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit peripartaler Angebote für vulnerable Familien verbessern und Versorgungsgerechtigkeit fördern kann, und zugleich übertragbare Erkenntnisse für die Entwicklung und Implementierung vergleichbarer digitaler Lösungen liefern. Die Einbindung von Nutzer:innen und Fachpersonen soll die bedarfsgerechte Gestaltung und Akzeptanz der Lösung unterstützen und Frauen stärken, indem ihre Erfahrungen aktiv einbezogen werden.
Take Home Message für die Praxis: Partizipative, lokal einsetzbare digitale Lösungen können Orientierung und Zugang zu peripartaler Versorgung verbessern, die Versorgungsgerechtigkeit erhöhen und vulnerable Frauen stärken, indem ihre Perspektiven berücksichtigt werden.
Interessenkonflikte: Keine



