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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Determinanten der Technikaffinität von Langzeitüberlebenden nach Krebs – Ergebnisse der DELPHIN-Studie
Text
Hintergrund: Durch Fortschritte in Früherkennung und Therapie steigt die Zahl der Langzeitüberlebenden nach Krebs. Ein Teil dieser Patient:innen erfährt körperliche, psychische und soziale Spät- und Langzeitfolgen (z.B. Fatigue, Depression, berufliche Belastungen). Digitale Interventionen können unterstützen, doch hängt deren Nutzung von der Technikaffinität der Anwender:innen ab. In der DELPHIN-Studie, gefördert von der Deutschen Krebshilfe, wird ein App-basiertes Versorgungsmodell für Langzeitüberlebende entwickelt. Für die Entwicklung wurde eine Querschnittsbefragung unter Langzeitüberlebenden durchgeführt, um deren Versorgungsbedarfe zu erfassen.
Zielsetzung/Fragestellung: Die Exploration der Technikaffinität von Langzeitüberlebenden nach Krebs und deren Determinanten.
Material & Methoden: In der Fragebogenstudie (N=753) wurden Langzeitüberlebende nach Krebs zur interaktionsbezogenen Technikaffinität (ATI-S) befragt. Analysiert wurden Alter, Geschlecht, Berufsabschluss, gesundheitsbezogene Lebensqualität (EORTC-15), Depressivität (PHQ-4) und Krankheitsannahmen (IPQ-R). Die Rekrutierung erfolgte über Hausarztpraxen, onkologische Zentren, Selbsthilfegruppen und öffentliche Anzeigen. Die Auswertung erfolgte deskriptiv und mit multivariater Regressionsanalyse.
Ergebnisse: Die gültige Stichprobe (n=581) umfasst 47,7% Frauen (n=277), mittleres Alter ist M=65 Jahre (SD=12). Der mittlere ATI-Wert beträgt M=3,67 (SD=1,2, Min.=1, Max.=6). In der multivariaten Regressionsanalyse (n=328) sind männliches Geschlecht (β=,306, p<,001) und Berufsabschluss in Vergleich zu keinem Abschluss (Berufsausbildung: β=,430, p=,001; Meisterabschluss: β=,302, p<,001; Bachelorabschluss: β=,164, p=,035; Masterabschluss: β=,415, p<,001) signifikant mit einer höheren Technikaffinität assoziiert. Die Varianzaufklärung beträgt 13,6%.
Diskussion: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Langzeitüberlebende grundsätzlich offen gegenüber Technologien sind. Männliche und Krebsüberlebende mit Berufsausbildung zeigen eine höhere Technikaffinität, doch ist das nicht mit Nutzungsverhalten gleichzusetzen. Die vorliegenden Ergebnisse liefern Hinweise auf potenzielle Zugangsbarrieren, welche in der Entwicklung der DELPHIN-Intervention berücksichtigt werden.
Take Home Message für die Praxis: Digitale Angebote für Langzeitüberlebende nach Krebs sollten u. a. Geschlecht und Ausbildung berücksichtigen, um eine gleichberechtigte Nutzung zu fördern. Niedrigschwellige, einfach bedienbare Anwendungen können helfen, Zugangsbarrieren zu reduzieren und eine breitere Nutzung in der hausärztlichen Versorgung zu ermöglichen.
Interessenkonflikte: Keine



