20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
EPA-basierte Selbsteinschätzung als Instrument für Studierende im Nachtdienst
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Hintergrund: Das Projekt „Nachtdienst – Bist du bereit“ findet seit 2013 jährlich am Lernzentrum der Charité statt [1]. Es richtet sich an PJ-Studierende, für die Tutor*innen eine erste Nachtschicht in einer Notaufnahme realitätsnah simulieren. Die Studierenden sollen ihre Handlungssicherheit einschätzen und daraus individuelle Lernbedarfe für das PJ ableiten. Hierfür bietet sich das Konzept der Entrustable Professional Activities (EPAs) an. Eine EPA beschreibt eine Aufgabe, die Lernenden schrittweise mit höherem Grad an Eigenständigkeit anvertraut werden kann. Vor diesem Hintergrund wurde der Einfluss einer simulierten Nachtschicht auf die Selbsteinschätzung der Handlungssicherheit von PJ-Studierenden in ausgewählten EPAs unter Berücksichtigung klinischer Vorerfahrungen untersucht.
Methoden: Zu Beginn des Nachtdienstes 2025 wurden die Teilnehmer*innen zu fünf ausgewählten EPAs befragt, wie eigenständig sie sich die jeweilige Aufgabe zutrauen. Die Skala reichte von „Traue ich mir nicht zu“ bis „Traue ich mir eigenständig zu, nur Wichtiges muss überprüft werden“. Die EPAs basieren auf denen des Absolventenprofils des NKLM 2.0 [https://nklm.de/zend/menu] und wurden für den Einsatz im PJ an der Charité angepasst.
Außerdem wurde erfragt, ob die Teilnehmenden bereits eine Famulatur oder einen Teil des PJ in einer Notaufnahme absolviert haben. Am Ende der Nacht gaben die Studierenden erneut eine Selbsteinschätzung zu den EPAs ab. Die Selbsteinschätzung zu Beginn und zum Ende der Veranstaltung wurde ausgewertet und verglichen.
Ergebnisse: Insgesamt nahmen am Nachtdienst 31 Studierende teil, wovon 18 (58%) den Fragebogen vollständig ausgefüllt haben.
39% der Studierenden trauten sich mindestens eine der EPAs nach der Simulation weniger eigenständig zu als noch vor Beginn der Simulation. Von diesen Studierenden hatte die Mehrzahl keine praktische Vorerfahrung in der Notaufnahme (57%), während bei den Studierenden, deren Selbsteinschätzung sich nicht verschlechtert hat, nur wenige weder eine Famulatur noch PJ in der Notaufnahme absolviert hatten (27%).
Diskussion und Schlussfolgerung: Auffällig ist, dass sich die Selbsteinschätzung einiger Studierender scheinbar verschlechtert hat. Dies betrifft überproportional Studierende ohne praktische Erfahrung in Notaufnahmen. Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass das Erleben einer simulierten Nachtschicht zu einer realistischeren Einschätzung geführt hat; dass sich die entsprechenden Studierenden zuvor also eher überschätzt hätten. Diese Annahme soll in zukünftigen Durchgängen näher untersucht werden.
Interessenkonflikte: Die Autor*innen erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.



