20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
Kurs ISBARC mit Peertutor*innen – Üben einer standardisierten Patientenübergabe mittels Rollenspielen
Text
Hintergrund: Die strukturierte und adressatengerechte Patientenübergabe ist ein zentraler Bestandteil der klinischen Versorgung und trägt wesentlich zur Patientensicherheit bei. Unklare, unvollständige oder ungeordnete mündliche Übergaben gelten als häufige Ursache für Fehler im klinischen Alltag. Das international etablierte ISBARC-Schema (Identification – Situation – Background – Assessment – Recommendation/Request/Risk – Commitment/Close the loop) stellt ein evidenzbasiertes Kommunikationsinstrument dar, das insbesondere auch für Ausbildungskontexte geeignet ist.
Beschreibung des Kurskonzeptes: Der Kurs „Patientenübergabe/-vorstellung ISBARC“ richtet sich an Studierende des 5. Studienjahres und soll auf das klinische Kommunizieren in Übergabe- und Vorstellungssituationen im Wahlstudienjahr vorbereiten. In einem 2h 15min dauernden Kurs bearbeiten Kleingruppen sechs klinische Fallszenarien mithilfe des ISBARC-Schemas. Die Fallunterlagen sind gezielt so ausgewählt, dass sie eine Vielzahl relevanter wie auch weniger relevanter Informationen enthalten. Dadurch wird zunächst die Fähigkeit zur Informationsselektion und Priorisierung gefördert, bevor im zweiten Schritt die strukturierte mündliche Übergabe nach ISBARC trainiert wird. Die Lernaktivitäten sind als Rollenspiele konzipiert und werden von geschulten Peertutor*innen moderiert. Eine abschliessende Plenumsbesprechung durch eine*n Dozent*in dient der übergeordneten Verortung und Vertiefung.
Jede*r Studierende*r übernimmt in zwei Szenarien aktiv die Rolle der übergebenden Person, z. B. bei der Übergabe eines Notfallpatienten, einer Patientenvorstellung im Rahmen der Morgenvisite oder einer Konsilanmeldung. Nach jedem Rollenspiel erfolgt eine strukturierte Selbsteinschätzung sowie ein checklistenbasiertes Feedback durch die Mitstudierenden sowie ein Peer-Feedback, das sich an klar definierten ISBARC-Kriterien orientiert. Eine Limitation des Formats besteht darin, dass die Peertutor*innen aus demselben Studienjahr stammen und über begrenzte klinische Erfahrung verfügen. Dieser Aspekt wird im Kursdesign bewusst berücksichtigt: Der inhaltliche Fokus liegt nicht auf medizinischen Detailfragen, sondern konsequent auf der Kommunikationsstruktur, Klarheit und Priorisierung von Informationen im Rahmen der mündlichen Übergabe.
Schlussfolgerung: Durch die Kombination aus realitätsnahen Fallbeispielen und konsequenter Nutzung des ISBARC-Schemas fördert der Kurs eine klare, effiziente und standardisierte Kommunikation im klinischen Alltag. Aus Sicht der Peertutor*innen ergibt sich ein zusätzlicher didaktischer Mehrwert: Durch die Moderation der Rollenspiele und das strukturierte Feedback vertiefen sie ihr eigenes Verständnis klinischer Kommunikationsprozesse und internalisieren die ISBARC-Kriterien.
Evaluation und Ausblick: Im Jahr 2025 hat das Team Lernzentrum der Universität Zürich zwei Pilotierungen in unterschiedlichen Grössen durchgeführt. Die positiven Evaluationsergebnisse sprechen für eine curriculare Verankerung, deren Machbarkeit derzeit geprüft wird.
Interessenkonflikte: Die Autor*innen erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.



