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20. Internationales SkillsLab Symposium 2026


12.-14.03.2026
Mannheim

Meeting Abstract

Interprofessioneller Tagdienst: Weiterentwicklung eines simulierten Stationsalltags

Helge Baumann - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Lernzentrum – Skills Lab, Berlin, Deutschland
Niklas Julian Dohle - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Lernzentrum – Skills Lab, Berlin, Deutschland
Jonas Johannes Götz - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Lernzentrum – Skills Lab, Berlin, Deutschland
Dennis Birr - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Klinische Pflegewissenschaft, Berlin, Deutschland
Sarah Charlotte Petersen - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Klinische Pflegewissenschaft, Berlin, Deutschland
Mareen Machner - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Lernzentrum – Skills Lab, Berlin, Deutschland
Dorothea Penders - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Lernzentrum – Skills Lab, Berlin, Deutschland

Text

Hintergrund: Das Lernzentrum als Skillslab der Charité – Universitätsmedizin Berlin veranstaltet seit über zehn Jahren eine große Nachtdienstsimulation einer Notaufnahme für Medizinstudierende im PJ. Hierbei konnte gezeigt werden, dass der „Nachtdienst“ nachweislich die Selbstwirksamkeit der Studierenden steigert und sie so auf die Herausforderungen ihres zukünftigen Berufs vorbereitet [1]. Da Patientensicherheit, Versorgungsqualität und Arbeitszufriedenheit im klinischen Alltag maßgeblich von gelingender interprofessioneller Kommunikation und Zusammenarbeit abhängen, diese Kompetenzen jedoch im Studium häufig nur unzureichend gemeinsam trainiert werden, besteht ein besonderer Bedarf an frühzeitigen interprofessionellen Lernformaten. Vor diesem Hintergrund, wurde nun ergänzend der „Tagdienst“ entwickelt. Hierbei trainieren Medizin- und Pflegestudierende Behandlungsabläufe im stationären Setting mit Hilfe authentischer Fallszenarien. Nach Vorstellung des Planungskonzeptes [2] sowie des ersten Durchlaufs [3] wird nun die umfassende Weiterentwicklung präsentiert.

Beschreibung des Projekts: Übergeordnetes Ziel der Lehrveranstaltung ist es, die interprofessionelle Kommunikation und Zusammenarbeit zu stärken, die Handlungssicherheit im beruflichen Alltag zu fördern und die Entwicklung eines eigenen beruflichen Selbstverständnisses zu unterstützen. Fünf interprofessionelle Teams bestehend aus Pflege- und Medizinstudierenden durchliefen fünf unterschiedliche realitätsnahe Praxisfälle (u. a. Kardiologie, Pädiatrie, Trauma). Die Realitätsnähe wurde durch Simulationspersonen, hybride Elemente, klinischen Workflow (Labor, Radiologie, Logistik) und videogestütztes Debriefing unterstützt. Begleitend gaben Gruppen- sowie Falltutor*innen beider Professionen kommunikatives sowie inhaltliches Feedback. Der Lernerfolg wurde methodisch durch Beobachterrollen, strukturierte Feedbackleitfäden, schriftliche Reflexionsaufgaben sowie moderierte Debriefings sichergestellt.

Evaluation: Die Evaluation der zweiten Durchführung des Tagdienstes im Dezember 2025 (erste Durchführung im Januar 2025) erfolgte formativ und summativ mittels fallbezogener Einzelbewertungen sowie eines Prä-Post-Vergleichs zu interprofessioneller Kommunikation und Kooperation (n=15 Medizinstudierende, n=30 Pflegestudierende, n=22 Lernzentrumstutor*innen). Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit hinsichtlich des Schwierigkeitsgrads und der praktischen Wissensanwendung. Die Tutor*innen evaluierten zudem Konzept, Organisation und die Interaktion der Teilnehmenden positiv und bestätigten eine gelungene Umsetzung der interprofessionellen Ausarbeitung.

Schlussfolgerung und Ausblick: Die erste Durchführung zeigte eine hohe Akzeptanz und strukturelle Machbarkeit des Formats auf, doch stellte sich Optimierungsbedarf bei der Spezifität pflegerischer Lernziele und Feedbackmöglichkeiten auf Seiten der Tutor*innen heraus. Durch die interprofessionelle Weiterentwicklung und curriculare Verankerung konnte ein ausgewogenes und praxisnahes Simulationsformat etabliert werden. Der interprofessionelle Tagdienst leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur kompetenzorientierten Ausbildung und stellt ein ausbaufähiges Modell zur Förderung interprofessioneller Zusammenarbeit dar.

Interessenkonflikte: Die Autor*innen erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.


References

[1] Stroben F, Schröder T, Dannenberg KA, Thomas A, Exadaktylos A, Hautz WE. A simulated night shift in the emergency room increases students’ self-efficacy independent of role taking over during simulation. BMC Med Educ. 2016;16:177. DOI: 10.1186/s12909-016-0699-9
[2] Dohle NJ, Franz H, Gräf J, Bossert E, Buchmann M, Machner M, Penders D. Tag- oder Nachtdienst? Interprofessionelle studentische Simulationen gemeinsam planen. In: 16. Internationales SkillsLab Symposium 2022. sine loco [digital], 17.-19.03.2022. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2022. DocP1.4. DOI: 10.3205/22isls07
[3] Baumann H, Penders D, Machner M, Link LI, Dohle NJ. Interprofessioneller Tagdienst: Pflege- und Medizinstudierende in praktischer Simulation. In: 19. Internationales SkillsLab Symposium 2025. München, 19.-21.03.2025. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2025. Doc25isls21. DOI: 10.3205/25isls21