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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Vergleich der Datenvalidität und Nachverfolgungsqualität zwischen klinischer Follow-up-Studie und Registry-embedded Study nach roboterassistierter Knieendoprothetik

Lisa Riegler - Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, München, Deutschland
Severin Langer - Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, München, Deutschland; Endoprothetikzentrum, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Murnau, Deutschland
Joachim Brügmann - Deutsches Endoprothesenregister gGmbH (EPRD), Berlin, Deutschland
Arnd Steinbrück - Deutsches Endoprothesenregister gGmbH (EPRD), Berlin, Deutschland; Orthopädisch Chirurgisches Kompetenzzentrum Augsburg (OCKA), Augsburg, Deutschland
Rüdiger von Eisenhart-Rothe - Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, München, Deutschland
Claudio Glowalla - Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, München, Deutschland; Endoprothetikzentrum, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, Murnau, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Klinische Follow-up-Studien nach Endoprothesenimplantation sind häufig durch einen zunehmenden Loss to Follow-up limitiert, wodurch Revisionen, Komplikationen und Mortalität unvollständig erfasst werden. Ziel dieser prospektiven Studie ist der Vergleich von Datenvollständigkeit, Nachverfolgbarkeit und Validität zwischen einer klinischen Follow-up-Studie und einer Registry-embedded Study auf Basis des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) nach roboterassistierter Knieendoprothetik.

Material und Methoden: Prospektive monozentrische Kohortenstudie mit Registerverknüpfung. Eingeschlossen wurden Patient:innen, die zwischen März 2023 und November 2024 roboterassistiert eine Kniegelenksendoprothese erhielten. Daten der klinischen Nachuntersuchung (3, 12 und 24 Monate) wurden mit pseudonymisierten Routinedaten des EPRD verknüpft. Verglichen wurden Follow-up-Vollständigkeit, Missing Data sowie revisions- und komplikationsbezogene Ereignisse. Ethikvotum 2023-32-S.

Ergebnisse: In die Studie wurden 275 Patient:innen eingeschlossen. In der klinischen Follow-up-Studie konnten nach 3/12/24 Monaten 235/108/8 Patient:innen nachuntersucht werden, entsprechend einem Loss to Follow-up von 14,5%/60,7%/97,1%. Im Untersuchungszeitraum wurden 15 Serious Adverse Events (SAEs) dokumentiert: 3 Ergüsse, 1 Quadricepssehnenruptur, 6 Bewegungseinschränkungen, 1 Instabilität, 1 Lockerung, 1 Pininfekt und 2 Infekte. Eine Nachverfolgung im EPRD war ausschließlich für 189 gesetzlich versicherte Patient:innen möglich; 86 privatversicherte Patient:innen wurden nicht erfasst. Zusätzlich konnten 6 gesetzlich versicherte Patient:innen im Register nicht identifiziert werden, sodass 183 Patient:innen (66,5%) im EPRD nachverfolgt wurden. Bei 6 Patient:innen wurde eine Revisionsoperation im EPRD erfasst. Die Revisionen erfolgten aufgrund von Progression der Arthrose, Bewegungseinschränkung, Instabilität, Infektion und 2 Lockerungen. Vier dieser Fälle wurden in der klinischen Studie unter den SAEs aufgeführt; 2 wurden aufgrund externer Revision nicht erfasst. Der Beobachtungszeitraum im EPRD betrug im Mittel 671 Tage (385–1.001 Tage).

Diskussion und Schlussfolgerung: Die klinische Nachuntersuchung zeigt einen zeitabhängigen Anstieg des Loss to Follow-up und eine relevante Einschränkung der Datenvalidität im mittel- und langfristigen Verlauf. Die registerbasierte Nachverfolgung ermöglicht hingegen eine ortsunabhängige Erfassung revisionsrelevanter Ereignisse und ist somit für die Beurteilung wesentlicher Outcome-Parameter (Revision, Standzeit, Mortalität) im Langzeitverlauf essenziell. Belastbare Langzeitergebnisse mit hoher Vollständigkeit sind methodisch primär im Rahmen von registry-embedded Studies erreichbar. Seit 2025 werden im EPRD auch privatversicherte sowie BG-versicherte Patient:innen eingeschlossen, wodurch die Nachverfolgbarkeit künftig weiter verbessert wird. Die Studie ist weiterhin ongoing; Patient:innen werden über das EPRD fortlaufend bis zu 15 Jahre nachverfolgt, womit eine zuverlässige Bewertung der Implantatstandzeit ermöglicht wird.