German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Struktureller Wandel stationärer Schultergürtelverletzungen in Deutschland 2010–2023: Nationale Registeranalyse
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Zielsetzung und Fragestellung: Schultergürtelverletzungen zählen zu den häufigen Ursachen stationärer traumatologischer Behandlungen. Gleichzeitig unterliegt die stationäre Versorgungsstruktur in Deutschland einem strukturellen Wandel mit zunehmender Ambulantisierung und Effizienzsteigerung. Ziel dieser Untersuchung war die Analyse bundesweiter zeitlicher Trends stationärer Schultergürtelverletzungen im Zeitraum 2010–2023 sowie die Bewertung möglicher Effekte der COVID-19-Pandemie auf Hospitalisierungsraten und Verweildauer.
Material und Methoden: Es erfolgte eine retrospektive, populationsbasierte Analyse aggregierter stationärer Entlassungsdaten des Gesundheitsmonitorings des Bundes (GBE-Bund). Eingeschlossen wurden alle stationären Fälle mit ICD-10-GM S43 („Luxation, Verstauchung und Zerrung von Gelenken und Bändern des Schultergürtels“) als Hauptdiagnose im Zeitraum 2010–2023. Bevölkerungsbezogene Hospitalisierungsraten pro 100.000 Einwohner wurden anhand offizieller Bevölkerungsdaten berechnet. Die Auswertung erfolgte deskriptiv. Aufgrund der Verwendung vollständiger aggregierter Bundesdaten wurden keine inferenzstatistischen Tests durchgeführt. Zusätzlich wurden Geschlechtsverteilung, Altersgruppen (<15, 15–44, 45–64, ≥65 Jahre) sowie die mittlere stationäre Verweildauer analysiert.
Ergebnisse: Die jährliche Zahl stationärer Schultergürtelverletzungen sank von 23.549 Fällen im Jahr 2010 auf 17.532 Fälle im Jahr 2023. Die Hospitalisierungsrate reduzierte sich von 28,8 auf 21,0 pro 100.000 Einwohner. Nach weitgehend stabilen Raten bis 2019 zeigte sich 2020 ein deutlicher Rückgang im Kontext der COVID-19-Pandemie, mit unvollständiger Erholung in den Folgejahren. Männer stellten über den gesamten Beobachtungszeitraum konstant etwa 70–75% der stationären Fälle. Die höchste Fallzahl fand sich in der Altersgruppe 15–44 Jahre. Die mittlere Verweildauer sank kontinuierlich von 3,9 Tagen (2010) auf 2,9 Tage (2023).
Diskussion und Schlussfolgerung: Die stationäre Versorgung von Schultergürtelverletzungen in Deutschland zeigt einen langfristigen Rückgang bei gleichzeitig verkürzter Verweildauer. Neben pandemiebedingten Effekten sprechen die Ergebnisse für strukturelle Veränderungen der stationären Traumaversorgung mit zunehmender Ambulantisierung. Die Daten liefern bundesweite Referenzwerte und sind relevant für zukünftige Ressourcenplanung und Versorgungsstrategien in der Unfallchirurgie.



