German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Operative Refixation von (Osteo)chondralen Flake-Frakturen nach Patellaluxationen bei Kindern und Jugendlichen – eine Fallserie
Text
Zielsetzung und Fragestellung: (Osteo)chondrale Patella-Flake-Frakturen im Kindes-und Jugendalter sind selten und treten in der Regel im Zuge von Patellaluxationsereignissen in der Adoleszenz auf. Die Therapie reicht in diesen Fällen je nach Größe des Flakes von der Entfernung von kleinen Fragmenten bis hin zur (osteo)chondralen Refixation oder Knorpelersatzverfahren wie z.B. minced cartilage. Weiterhin kontrovers diskutiert wird die Mitbehandlung von Begleitpathologien, insbesondere bei traumatischem Luxationserstereignis.
Material und Methoden: Wir berichten über eine Fallserie von 10 Patienten ≤16 Jahre, die im Zeitraum von 01/2022 – 12/2025 in unserem Haus operativ bei Vorhandensein einer (osteo)chondralen Flake-Fraktur nach Patellaerstluxation operativ behandelt worden sind. Das Durchschnittsalter betrug 14 Jahre (12–16 Jahre). Sechs Jugendliche berichteten über ein Distorsionsereignis beim Sport/Spielen. In 4 Fällen war ein direktes Anpralltrauma an die Patella erinnerlich. Die Zeit bis zur Operation, Art der operativen Therapie, Komplikationen, Nachbehandlung und Outcome wurden ausgewertet.
Ergebnisse: Die Operation erfolgte Ø nach 24,1 Tagen (2–90). Bei vier Patienten ≤10 Tage, bei drei Pat. ≤30 Tage und bei drei Pat. >30 Tage. Sechs begleitende MPFL-Rupturen lagen vor. In 8 Fällen war ein osteochondraler Flake im Bereich der Patella ausgebrochen, 2x im Bereich der Trochlea. Siebenmal erfolgte nach initialer Arthroskopie die offene Refixation des Flakes mittels Polipins/Chondrodarts. Einmalig die alleinige Resektion, sowie 1 Chondroplastik (Trochlea) und 1 minced cartilage Verfahren (Patella). Die MPFL-Ruptur wurden mittels Dopplung nach Insall behandelt. Postoperativ erfolgte die Beugelimitierung in einer Orthese. Drei Pat. hatten eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung im Verlauf. Vier Patienten waren vollständig beschwerdefrei. Eine Reluxation wurde nicht berichtet.
Diskussion und Schlussfolgerung: (Osteo)chondrale Patella-Flake-Frakturen nach Patellaluxationen betreffen vornehmlich Adoleszente. Auch wenn aufgrund des Auftreibens des Flakes und den dadurch bedingten Schwierigkeiten in der operativen Refixation mit zeitlicher Latenz zwischen Trauma und Operation gerechnet werden muss, lässt sich im Rahmen dieser kleinen Fallserie eine Korrelation mit dem klinischen Outcome nicht herstellen. Auch scheint ein Vorgehen mit lediglich Adressierung der MPFL-Verletzung ohne knöcherne Korrektureingriffe mit guten Ergebnissen ohne erhöhte Reluxationsraten möglich.



