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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Kindliche septische Arthritiden – IL6 als besserer Standardlaborparameter?

Lisa Roder - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Jonas Roos - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Johanna Thiele - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Alexa Zimmermann - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Soufian Ben Amar - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Alberto Alfieri Zellner - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Alexander Seuser - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Christian Prangenberg - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Milena Plöger - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Richard Placzek - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Kristian Welle - Orthopädie und Unfallchirurgie – Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Akute kindliche Arthritiden stellen eine diagnostische und therapeutische Herausforderung dar, da infektiöse, entzündlich-rheumatische und andere Ursachen frühzeitig differenziert werden müssen. Ziel dieser Arbeit war die retrospektive Analyse von Kindern mit Verdacht auf septische Arthritis in einem Haus der Maximalversorgung über einen Zeitraum von zehn Jahren im Hinblick auf die diagnostischen Möglichkeiten und die mikrobiologischen Befunde.

Material und Methoden: Es erfolgte eine retrospektive Auswertung aller stationär behandelten pädiatrischen Patientinnen und Patienten mit klinischem Verdacht auf septische Arthritis zwischen 2016 und 2025. Erfasst wurden demographische Daten, klinische Präsentation, laborchemische Entzündungsparameter, bildgebende Diagnostik, mikrobiologische Befunde sowie therapeutische Maßnahmen.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 25 Kinder eingeschlossen (mittleres Alter 7,5 ± 4,2 Jahre; Altersspanne 1–17 Jahre). Die häufigsten Leitsymptome waren Schmerzen, Bewegungseinschränkung und Fieber sowie eine erhöhte Zellzahl im Punktat (n=15) oder erhöhte Infektwerte. Bei allen Kindern, bei denen Interleukin-6 bestimmt wurde (n=5), zeigte sich deutlich erhöht, das CRP blieb hingegen in 8% der Fälle im Normbereich. Präoperative Bildgebung in Form von Röntgen und Sonographie war bei allen Kindern vorhanden, eine bildgebende Diagnostik in Form eines MRTs wurde in der Mehrzahl der Fälle (n=16) postoperativ eingesetzt. Eine operative Intervention mit Gelenkspülung bzw. -drainage erfolgte bei einem relevanten Anteil der Patient:innen (n=23). Ein mikrobiologischer Erregernachweis gelang nur in 6 Fällen, während Blutkulturen immer negativ blieben. Dabei zeigten sich Streptokokken und Staphylokokken als relevante Erreger. Differenzialdiagnostisch zeigten sich neben septischen Arthritiden auch Abszesse und nicht-infektiöse Ursachen; eine rheumatologische Abklärung war nur in einem Fall wegweisend.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die septische Arthritis im Kindesalter bleibt eine komplexe Diagnose, die ein strukturiertes diagnostisches Vorgehen erfordert. Die Kombination aus klinischer Einschätzung, laborchemischen Parametern und frühzeitiger Bildgebung ist entscheidend für die Therapieentscheidung. Trotz moderner Diagnostik bleibt der Erregernachweis, insbesondere der von Kingella kingae, der in der Literatur insbesondere als wichtigster Erreger im Kindergartenalter beschrieben, limitiert. Die konsistenten Erhöhungen von Interleukin-6 in den untersuchten Fällen deuten darauf hin, dass dieser Parameter als früher und sensitiverer laborchemischer Marker eine größere diagnostische Relevanz haben könnte als das C-reaktive Protein, was in zukünftigen Studien weiter evaluiert werden sollte.