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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Ist die Verwendung längerer Schäfte nach fehlgeschlagener Trochanterfraktur-Nagelung notwendig?

Maximilian Budin - Helios ENDO-Klinik Hamburg, LKH-Univ. Klinikum Graz, Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie, Hamburg, Deutschland
Mert Terzi - Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland
Thorsten Gehrke - Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland
Mustafa Citak - Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Bei auftreten von Komplikationen nach einer intramedullären Nagelung von per- oder subtrochanterfrakturen ist oft eine Umwandlung zur Hüftarthroplastik notwendig. Die bisherige Literatur empfiehlt zur Reduktion von Spannungskonzentrationen die Verwendung langer Femurschäfte, die das distalste Verriegelungsschraubenloch des vorherigen Nagels um mindestens zwei kortikale Durchmesser überragen. Ziel dieser retrospektiven Studie war es, zu untersuchen, ob die Nichtumgehung dieses Loches mit dem Schaft einen Risikofaktor für eine periprothetische Fraktur darstellt.

Material und Methoden: Die Studie umfasste 97 Patienten (Alter 60–85 Jahre), die aufgrund von Nonunion, Implantatversagen oder Coxarthrose nach fehlgeschlagener Nagelung eine Umwandlungsarthroplastik erhielten. Patienten wurden danach gruppiert, ob der neue Schaft das distalste Schraubenloch umgangen hat oder nicht.

Ergebnisse: Insgesamt entwickelten 8 Patienten (8,2%) eine periprothetische Fraktur. Die Studie fand keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Umgehung des Schraubenlochs und dem Auftreten von Frakturen. Ein wichtiger Befund war, dass die Mehrheit der Frakturen intraoperativ auftrat und alle diese intraoperativen Fälle die Verwendung langer Femurschäfte beinhalteten.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse stellen die Notwendigkeit der obligatorischen Umgehung des distalsten Schraubenlochs infrage. Sie deuten darauf hin, dass die Verwendung kürzerer, knochenschonender Schäfte in sorgfältig ausgewählten Fällen eine sichere Alternative darstellen kann. Dies ist besonders relevant, da lange Schäfte in osteoporotischem Knochen ein erhöhtes Risiko für intraoperative Frakturen bergen können.