Logo

German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Periprothetische Femurfrakturen bei geriatrischen PatientInnen – Osteosynthese vs. Revisionsendoprothetik

Kim Reiling - Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Bielefeld, Deutschland
Fabian Schipmann - Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Bielefeld, Deutschland
Dirk Wähnert - Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Bielefeld, Deutschland
Stefan Budde - Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Bielefeld, Deutschland
Niklas Grüneweller - Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Bielefeld, Deutschland
Thomas Vordemvenne - Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Bielefeld, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Bei der Versorgung periprothetischer Frakturen muss generell zwischen Osteosynthese und Revisionsendoprothetik abgewogen werden. Bei den periprothetischen distalen Femurfrakturen wird in vielen Fällen zunächst eine osteosynthetische Versorgung, z.B. mittels Doppelplattenosteosynthese, durchgeführt, wobei die Revisions- und Komplikationsraten relevant sind. Mit der folgenden Fallvorstellung möchten wir diskutieren, inwiefern eine primäre Implantation einer Revisions- oder Tumorendoprothese am distalen Femur zu verbesserten Outcomes bei geriatrischen PatientInnen führen könnte.

Material und Methoden: Patientin 1 (92 Jahre) erlitt bei einem Sturz eine Lewis- Rorabeck 2 Fraktur. Sie war bis dahin sportlich aktiv, allerdingsmit kardiologischen und nephrologischen Komorbiditäten.Patientin 2 (62 Jahre) erlitt ebenfalls im Rahmen eines Sturzes eine Lewis-Rorabeck 2 Fraktur. Die Patientin war zum Zeitpunkt der Fraktur berufstätig. Ihre Komorbiditäten sind: Fem-Pop-Bypass bei Verschluss der A. poplitea, DM Typ 2, Adipositas permagna und Nikotinabusus.In beiden Fällen wurde die Fraktur mittels Doppelplattenostesynthese von erfahrenen Operateuren versorgt.

Ergebnisse: Bei Patientin 1 (Abbildung 1 [Abb. 1]) kam es früh postoperativ zu einer lokalen Wundheilungsstörung. Im weiteren Verlauf zeigte sich eine Pseudarthrose mit Implantatversagen durch Bruch der medialen Platte. Es erfolgte die Revision mit Implantat- und Prothesenentfernung. Zum sicheren Infektausschluss erfolgte eine Spacereinlage. Bei negativen Keimnachweisen wurde im kurzen Intervall eine Tumorprothese implantiert. Die postoperative Mobilisation erfolgte unter schmerzadaptierter Vollbelastung problemlos. Bei Patientin 2 kam es im Verlauf zu einer Infektpseudarthrose (Streptococcus agalacticae, Bacillus pumilus), die im Rahmen von weiteren Operationen eine Implantat- und Prothesenentfernung, sowie eine vorübergehende Sine- Situation mit i.v. Antibiose, Spacer und Fixateur externe Behandlung notwendig machte.Der femoropopliteale Bypass konnte bei den Operationen geschont werden. Im Verlauf wurde nach Infektausheilung ebenfalls eine Tumorprothese implantiert. Auch hier erfolgte die postoperative Mobilisation unter schmerzadaptierter Vollbelastung problemlos.Bei beiden Patientinnen waren die weiteren postoperativen Verläufe regelrecht ohne Komplikationen.

Abbildung 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Für eine erfolgreiche Therapie von periprothetischen distalen Femurfrakturen bei geriatrischen PatientInnen sind die Stabilität, die Compliance und die Komorbiditäten entscheidend. Für ein optimales Behandlungsergebnis könnte eine operative Behandlung mittels primärer Endoprothese (ggf. Revisions- oder Tumorendoprothese) vor allem bei PatientInnen mit hohem Komplikationsrisiko eine Alternative zur Doppelplattenosteosynthese darstellen.