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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Effektivität des unfallnahen SMART-Trainings auf die subjektive Sprunggelenksfunktion nach primärer gesicherter Außenbandruptur

Janina Tennler - BG Klinikum Duisburg, Athletikum Rhein Ruhr, Duisburg, Deutschland; BG Klinikum Duisburg, Klinik für Arthroskopische Chirurgie, Sporttraumatologie und Sportmedizin, Duisburg, Deutschland
Christian Raeder - BG Klinikum Duisburg, Athletikum Rhein Ruhr, Duisburg, Deutschland; BG Klinikum Duisburg, Klinik für Arthroskopische Chirurgie, Sporttraumatologie und Sportmedizin, Duisburg, Deutschland
Arthur Praetorius - BG Klinikum Duisburg, Athletikum Rhein Ruhr, Duisburg, Deutschland; BG Klinikum Duisburg, Klinik für Arthroskopische Chirurgie, Sporttraumatologie und Sportmedizin, Duisburg, Deutschland
Marcel Dudda - BG Klinikum Duisburg, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Duisburg, Deutschland; Universitätsklinikum Essen, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Essen, Deutschland
Christian Schoepp - BG Klinikum Duisburg, Athletikum Rhein Ruhr, Duisburg, Deutschland; BG Klinikum Duisburg, Klinik für Arthroskopische Chirurgie, Sporttraumatologie und Sportmedizin, Duisburg, Deutschland; Universitätsklinikum Essen, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Essen, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die akute Distorsion des oberen Sprunggelenks (OSG) mit nachgewiesener struktureller Läsion des lateralen Bandapparats zählt zu den häufigsten Verletzungen bei alltäglichen und sportlichen Aktivitäten. Etwa 20 bis 40% der Betroffenen entwickeln in der Folge eine chronische OSG-Instabilität. In der aktuellen Versorgungspraxis erfolgt standardmäßig keine systematische Trainingstherapie, welche die sensomotorischen Funktionsdefizite des OSG-Apparats vollumfänglich adressiert. Betroffene erhalten lediglich kurzfristig physiotherapeutische Maßnahmen mit bedarfsangepasster Orthesenversorgung. Ziel der Studie war es evidenzgestützter Handlungsleitlinien zur Optimierung gegenwärtiger Behandlungsstrategien nach primärer OSG-Außenbandrupturen zu entwickeln. Konkret sollte die Effektivität einer multimodalen sensomotorischen Trainingsintervention auf die OSG-Funktion nach primärer OSG-Außenbandruptur im 12-monatigen Follow-Up untersucht werden.

Material und Methoden: Prospektiv untersucht wurden Patient:innen mit primärer akuter OSG-Distorsion und MRT-gesicherter Außenbandläsion. Die SMART-Gruppe (n=38; 66% männlich; 24±8 Jahre; BMI 25±4 kg/m²) absolvierte ein multimodales sensomotorisches Training 5x/Woche über einen Zeitraum von 6 Wochen. Die Kontrollgruppe (NORMT; n=40; 63% männlich; 25±7 Jahre; BMI 24±3 kg/m²) erhielt die Standardversorgung (Physiotherapie nach Bedarf). Messungen erfolgten 2–3 Wochen nach Verletzung (T1), sowie nach 6 Wochen (T2), 6 Monaten (T3) und 12 Monaten (T4). Die Statistik der Primärparameter Cumberland Ankle Instability Tool (CAIT) und Foot and Ankle Ability Measure (FAAM) wurde mit einer ANOVA mit Messwiederholung gerechnet. Evidenzgrad A.

Ergebnisse: Beide Gruppen verbesserten sich über die Zeit deutlich. Für den CAIT zeigte sich neben einem starken Zeiteffekt auch ein signifikanter Zeit×Gruppe-Interaktionseffekt (F=3.748, df=2.435, p<.05, η2p=0.052) zugunsten von SMART: Die SMART-Gruppe erreichte klinisch unauffällige Bereiche (CAIT<24) früher (im Mittel bereits ab T2) als NORMT (im Mittel ab T3). Auch beim FAAM-Sport zeigte sich ein signifikanter Interaktionseffekt (F=4.107, df=2.072, p<.005, η2p=0.063) mit steilerem Anstieg unter SMART. Ein Jahr nach dem Erstereignis berichteten 38% mindestens eine erneute OSG-Distorsion (SMART n=12; NORMT n= 16); anhand definierter Cut-offs lagen 9% der Gesamtstichprobe im Bereich einer chronischen Instabilität, überwiegend in der NORMT-Gruppe (SMART n=1; NORMT n=5).

Diskussion und Schlussfolgerung: Im Rahmen der Studie konnte ein empirischer Wirksamkeitsnachweis der SMART-Trainingsintervention zur Verbesserung und Regeneration der OSG-Funktion erbracht werden. Die Ergebnisse sprechen dafür, SMART als evidenzgestütztes Behandlungskonzept in bestehende Handlungsleitlinien zu integrieren. Das SMART-Training adressiert eine Versorgungslücke und ist aufgrund der geringen Anforderungen and Material und Infrastruktur gut in klinische Abläufe integrierbar.