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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Die ZTE-sequenzierte MRT als Alternative zur Frakturbeurteilung bei proximalen Humerusfrakturen – ein Vergleich zum Standard Computertomographie

Franziska Veronika Solf - Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die proximale Humerusfraktur ist eine häufige Verletzung, bei der die präzise Beurteilung knöcherner Strukturen für Klassifikation und Therapieentscheidung essentiell sind. Die Computertomographie (CT) gilt als etabliertes Standardverfahren, ist jedoch mit ionisierender Strahlung verbunden. Ferner kann damit die Rotatorenmanschette nur insuffizient beurteilt werden, was die Differentialindikation zur Rekonstruktion oder ggf. endoprothetischem Vorgehen erschwert. Die zero echo-time (ZTE-MRT) Sequenz erlaubt nun auch im MRT eine CT-ähnliche Darstellung der knöchernen Strukturen. Ziel dieser Arbeit war daher der Vergleich der Beurteilbarkeit knöcherner Strukturen proximaler Humerusfrakturen zwischen CT und ZTE-MRT anhand von 11 definierten Bewertungskriterien, welche sich an den gängigen Frakturklassifikationen (AO/OTA und Neer) sowie der Hertel-Klassifikation zur Einschätzung des posttraumatischen Risikos einer Humeruskopfnekrose orientierten.

Material und Methoden: In eine prospektive Studie wurden 24 Patientinnen und Patienten mit proximalen Humerusfrakturen eingeschlossen, bei denen präoperativ eine CT und eine ZTE-MRT durchgeführt wurden. Anschließend wurden die pseudonymisierten und in ihrer Reihenfolge randomisierten Datensätze anhand eines definierten Fragebogens mit binären Fragen von 4 Ratern (jeweils 2 Fachärzte für Orthopädie/Unfallchirurgie und für Radiologie) ausgewertet. Hieraus wurde dann jeweils die Interrater-Reliabilität per Gwet’s agreement coefficient 1 (Gwet’s AC1) errechnet und über einen nicht-parametrischen Wilcoxon-Test verglichen. Außerdem wurden die Übereinstimmungsraten über einen McNemar-Test miteinander verglichen. Ergebnisse galten als signifikant, wenn das Signifikanzniveau p≤0,05 unterschritten wurde.

Ergebnisse: N = 22 Patienten hatten vollständige Datensätze und wurden ausgewertet. In der Interrater-Reliabilität zeigte sich bei Gwet’s AC1 eine hohe Varianz von moderaten (F6 mit 0,477) bis sehr hohen Werten (F10 mit 0,977; Abbildung 1 [Abb. 1]). Insgesamt zeigt sich für keine der elf Fragen ein signifikanter Unterschied in der Interrater-Reliabilität, die p-Werte liegen über der Signifikanzschwelle von p≤0,05. Hinsichtlich der Übereinstimmung zwischen den Antworten für CT und ZTE-MRT konnten überwiegend hohe bis sehr hohe Werte erzielt werden. Für keine der Übereinstimmungsraten zeigte sich in der McNemar-Testung in signifikanter Unterschied zwischen den Modalitäten. Erwähnenswert ist hierbei, dass bei perfekter Übereinstimmung von 100% keine McNemar-Testung möglich und auch nicht notwendig war.

Abbildung 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Die ZTE-MRT zeigt bei der Beurteilung der Morphologie proximaler Humerusfrakturen vergleichbare Ergebnisse wie die CT. Damit stellt sie eine strahlungsfreie Alternative in der präoperativen Diagnostik dar, welche darüber hinaus auch eine suffiziente Beurteilung der Rotatorenmanschette zulässt. Dies kann dazu beitragen, dass künftig eine verbesserte Möglichkeit der rekonstruktiven Differentialindikationen gestellt werden kann.