German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Prothesenwechsel oder osteosynthetische Rekonstruktion bei Vancouver B2 und B3 Frakturen? Ergebnisse einer Machted-Pair-Analyse des AltersTraumaRegisters DGU
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Zielsetzung und Fragestellung: Aufgrund mangelnder Evidenz ist die optimale chirurgische Behandlungsstrategie von geriatrischen Patienten mit periprothetischer Femurfraktur (PFF) des Typs Vancouver B2 und B3 nicht abschließend geklärt. Zur Beantwortung dieser Frage wurden Daten des AltersTraumaRegisters DGU(R) (ATR-DGU(R)) analysiert um zum einen die chirurgische Versorgungsrealität dieser Patienten zu beleuchten und zum anderen die Ergebnisse von Patienten mit Prothesenwechsel (PW) mit den Ergebnissen von Patienten mit einer osteosynthetischen Stabilisierung (ORIF) vergleichend zu untersuchen.
Material und Methoden: Das ATR-DGU (R) ist ein prospektives, mutizentrisches Register, in welchem Informationen zu geriatrischen Traumapatienten gesammelt werden. Alle Patienten, die sich aufgrund einer PFF einer Operation unterzogen haben wurden in diese Auswertung eingeschlossen. Als Ergebnisparameter wurden die Mortalitätsrate während des Aufenthaltes im Akutkrankenhaus sowie nach 120 Tagen, die Mobilität der Patienten, die Lebensqualität sowie die Reoperationsrate der Patienten untersucht. Diese Paramerter wurden im Hinblick auf die operative Versogung mittel PW oder ORIF bei Patienten mit PFF Vancouver B2 oder B3 analysiert.
Ergebnisse: Insgesamt erfüllten 607 Patienten mit einer proximalen Femurfraktur vom Typ Vancouver B2 oder B3 die Einschlusskriterien. Von diesen Patienten unterzogen sich 420 Patienten einem Prothesenwechsel, während bei 187 Patienten eine osteosynthestische Stabilisierung durchgeführt wurde. Die Regressionsanalyse der in der Akutphase erhobenen Parameter ergab nach Durchführung eines 2:1-Matchings, dass es Patienten in der ORIF-Gruppe im Vergleich zur PW-Gruppe signifikant seltener erlaubt war am ersten postoperativen Tag volll zu belasten (OR: 0,49; p < 0,001). Ebenso war die die Gehfähigkeit nach sieben Tagen signifikant verringert (OR: 0,56; p = 0,005) und es traten signifikant vermehrt nicht-chirurgische Komplikationen (OR: 0,59; p = 0,012) auf. Die Wahrscheinlichkeit während des Follow-ups zu versterben sowie die Lebensqualität, gemessen anhand des EQ-5D-5L-Score nach sieben und 120 Tagen, blieben unbeeinflusst.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie, mit vergleichbaren mittelfristigen Ergebnissen für beide Patientengruppen bestätigen die Annahme, dass ORIF eine adäquate Behandlungsalternative zum PW bei Patienten mit PFF des Typs Vancouver B2 und B3 darstellt. Dennoch sollten insbesondere bei diesem multimorbiden geriatrischen Patienten stets individuelle Entscheidungen getroffen werden, um Komplikationen zu minimieren.



