German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Trauma im Einsatz: Die frühe Phase des internationalen Krisenmanagements 2002–2005 – eine Analyse aus dem sanitätsdienstlichen Einsatzregister der Bundeswehr (SanDstlEinsRegBw)
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Zielsetzung und Fragestellung: Ein Großteil der Einsatzverletzungen und -erkrankungen sind unfallchirurgische Krankheitsbilder. Das Sonderforschungsvorhaben „Implementierung des Sanitätsdienstlichen Einsatzregisters der Bundeswehr“ ermöglicht die strukturierte Datenerfassung aller an das Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz (BwZKrhs KO) repatriierten Soldaten. Ziel dieser Analyse war es, die Verletzungen aus dem Bereich der Unfallchirurgie zu untersuchen.
Material und Methoden: Die lokale am BwZKrhs KO implementierte Eingabemaske ermöglicht eine detaillierte Erfassung der Verletzungen und Erkrankungen von Soldaten im Auslandseinsatz, sowie eine Analyse der Evakuierungs- und Behandlungsprozesse. Daten von traumatisch verletzten Soldaten, die zwischen 2002 und 2005 an das BwZKrhs KO repatriiert wurden, wurden retrospektiv analysiert. Soldaten, welche im Einsatz verstorben sind, wurden nicht eingeschlossen. Die Erkrankungen wurden mittels ICD10-Codes und AIS identifiziert. Es erfolgte eine deskriptive Auswertung und die Darstellung der Verletzungen als Verletzungen pro Person pro Körperregion.
Ergebnisse: Von den 171 in das Register eingeschlossenen deutschen Soldaten erlitten 48 (28%) eine Verletzung. Der überwiegende Teil der analysierten Soldaten war in Afghanistan (64,5%; n=31) eingesetzt. Alle eingeschlossenen Personen waren männlich und hatten ein Durchschnittsalter von 29,9 ± 9,8 Jahren. Am häufigsten traten Verletzungen der oberen Extremität (48%; n=23), sowie des Gesichts (40%; n=19) auf. Der Mittelwert des Injury Severity Score (ISS) für alle Verletzten lag bei 5,1 (SD 4,5). Die meisten Soldaten wurden bei Unfällen ohne Zusammenhang mit Schuss-/Explosionswaffen verletzt (61%; n=29). Diese Patienten erlitten überwiegend Verletzungen der oberen Extremität (45%, N= 13). Der mittlere ISS dieser Patienten lag bei 4,28 (SD 4,1). 39% (n=19) der Verletzten erlitten ein Trauma im Zusammenhang mit Schuss-/Explosionswaffen oder Munition. Diese zogen sich besonders häufig Gesichtsverletzungen zu (79%, n= 15). Der mittlere ISS der Schuss- und Explosionsverletzungen lag bei 6,42 (SD 4,9).
Diskussion und Schlussfolgerung: Traumatische Krankheitsbilder sind ein wesentlicher Grund für die Repatriierung aus dem Auslandseinsatz. Insbesondere Verletzungen, welche nicht mit Kampfhandlungen oder Unfällen mit Schuss-/Explosionswaffen verbunden sind spielen eine große Rolle für die medizinische Versorgung im Einsatzland und die Repatriierung nach Deutschland. Die Verletzungsschwere der in dieser Auswertung betrachteten Soldaten ist insgesamt gering, in den meisten Fällen handelt es sich um Monoverletzungen. Dies ist auch den Einschlusskriterien des Registers geschuldet, da im Einsatzland verstorbene Soldaten nicht erfasst wurden. Diese Datenauswertung bietet wertvolle Einblicke in traumatische Verletzungen im militärischen Einsatzkontext und kann die medizinische Ausstattung, Ausbildung und Personalplanung für zukünftige Einsätze verbessern.



